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Politik

18. Dezember 2017 | 23:46 Uhr

FDP in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Warum sich die Partei nicht neu erfinden und doch hoffen darf

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 00:34 Uhr

„Von morgen an muss die FDP neu gedacht werden“, hatte der künftige Vorsitzende der Liberalen, Christian Lindner, am Abend der Bundestagswahl erklärt. Da waren die Freidemokraten erstmals in der Nachkriegsgeschichte aus dem Bundestag geflogen. Nun will sich die FDP auf einem Sonderparteitag in Berlin neu erfinden. Doch der komplette Austausch der Führungsriege wird dazu nicht reichen. Auch einem smarten Christian Lindner – womöglich mit dem schleswig-holsteinischen FPD-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki als Stellvertreter an der Seite – wird dies nicht gelingen. Die FDP muss deshalb trotzdem nicht zum Untergang verdammt sein.

Statt den Mund zu voll zu nehmen wie weiland beim Steuerversprechen, müssen sich die FDP-Erneuerer in Geduld üben, den Rest ihres Ladens zusammenhalten und auf die Chance des Wiederaufstiegs warten. Sie wird kommen, wenn sich die Parteibasis nicht selbst zerlegt.

Jahrzehntelang war die FDP Funktionspartei, die großen Koalitionspartnern die Macht sicherte. Jetzt hängen die Liberalen am Tropf der anderen Parteien. Sie entscheiden, wie es mit der liberalen Hinterlassenschaft weitergeht. Beispiel Union und SPD. Je hochnäsiger sich eine große Koalition über die Rest-Opposition im Bundestag hinwegsetzt, die Bürger schröpft und den Staat über alles stellt, desto stärker wird die FDP von den Wählern her neu gedacht werden: Die liberale Partei nicht als Steigbügelhalter der Macht oder als Interessenvertretung für Besserverdienende, sondern als Korrektiv, wenn bürgerliche Freiheitsrechte und Marktwirtschaft zu kurz kommen.

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