zur Navigation springen
Politik

24. November 2017 | 14:18 Uhr

Familiäre Innenansichten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 11:57 Uhr

Über viele Jahre war die „Homestory“ für alle Medien eine geschätzte Informations-Gattung. Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur warteten darauf, dass ein Journalist an die Tür klopfte. Hier der Garten, dort die Küche, hier der Schlüssel zum Öffnen von Herz und Seele. Nicht immer war das Ergebnis so, wie es sich der Gastgeber vorgestellt hatte. Daher bleibt manche Tür verschlossen.

Dort, wo etwas verloren geht, muss etwas Neues die Lücke füllen. Man blickt sich im eigenen Haus um. Im Keller, auf dem Dachboden, in dunklen Ecken, die seit Jahrzehnten nicht ausgeleuchtet wurden. Und siehe da, das eigene Heim enthüllt viel aufregendere Geschichten als der Besuch in der Fremde. Für den Spiegel-Reporter Cordt Schnibben führte die Suche im Lebenslauf der Eltern sogar zu einer Titelstory. „Mein Vater, der Mörder“, und es fiel zusätzlich eine Film-Dokumentation ab. „Tief ins Hirn“ seiner Eltern habe er geschaut und wisse nun, „was sie gedacht, was sie gemacht haben, als ich noch nicht auf der Welt war“. Bisher waren es meist Literaten, die die Vergangenheit ihrer Familien zu Büchern verarbeiteten, jetzt geht auch journalistisch die Saat auf, die einst Walter Kempowski und Co. legten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert