Nach DNA-Fund von Uwe Böhnhardt : Fall „Peggy“ und der NSU: Sachsen untersucht drei weitere Kindstötungen

Die sächsische Justiz überprüft drei alte Fälle von Kindstötungen. Einer ist noch aus DDR-Zeiten.

shz.de von
21. Oktober 2016, 16:39 Uhr

Dresden | In Sachsen werden drei Fälle von Kindstötungen neu aufgerollt. Das steht im Zusammenhang mit der Entwicklung im Fall Peggy. „Wir wollen einfach 100-prozentig sichergehen, dass bei den Fällen allen Spuren nachgegangen wurde“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, Wolfgang Klein, am Freitag.

Am Fundort der im vergangenen Juli in Thüringen entdeckten Leiche des 2001 in Oberfranken verschwundenen Mädchens Peggy waren DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt nachgewiesen worden. Und es gibt weitere Hinweise, dass der NSU  etwas mit dem Tod von Peggy zu schaffen haben könnte.

Der MDR berichtete, dass es bei den Untersuchungen vor allem um mögliches genetisches Material gehe, das „vielleicht vor Jahren noch gar nicht ausgewertet werden konnte“, sagte Klein. Vor seinem Auffliegen hatte das NSU-Trio auch in Zwickau und Chemnitz Unterschlupf gefunden.

Nach Bekanntwerden des NSU-Zusammenhangs habe man sich ungeklärte Fälle aus ganz Sachsen noch einmal angeguckt, sagte Klein. Unter den drei Fällen, die nun erneut überprüft würden, sei einer noch aus DDR-Zeiten, bei einem weiteren sei nie eine Leiche gefunden worden. Nähere Angaben zu den Fällen wollte er nicht machen.

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