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Zur Abschreckung gegen Russland : F22-Kampfjets: USA schicken „Raptor“ nach Europa

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Wann und wo die Maschinen stationiert werden, bleibt noch geheim. Die USA wollen sie einsetzen, sollte es zu einem militärischen Konflikt in Europa kommen.

Washington | Als Abschreckungsmittel gegen russische Drohgebärden schicken die USA ihre modernsten Kampfflugzeuge nach Europa. Die Maschinen vom Typ F-22 „Raptor“ würden „sehr bald“ zu Übungen mit Nato-Verbündeten verlegt, sagte Luftwaffen-Staatssekretärin Deborah Lee James am Montag im US-Verteidigungsministerium.

Die Entsendung der Kampfjets ist eine Reaktion auf die russischen Militärhandlungen in der Ukraine. Seit Monaten verstärken die USA und Russland ihre Militärpräsenz. Russische Flugzeugverbände über der Ostsee sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen. Die USA halten mit der Entsendung von Truppen ins Baltikum und Militärübungen mit Natopartnern dagegen. Die Sorge vor einem neuen kalten Krieg wächst.

Ein genaues Datum oder Orte der Stationierung nannte sie nicht. Luftwaffen-Stabschef Mark Welsh sagte, die Kampfflugzeuge sollten an Stützpunkte geschickt werden, von denen aus sie auch bei einem möglichen militärischen Konflikt in Europa eingesetzt würden.

Es sei den Amerikanern „sehr wichtig“, mit den europäischen Partnern Seite an Seite trainieren zu können, sagte Welsh, und bezeichnete die Maßnahme als „natürliche Entwicklung“ der Zusammenarbeit. Man wolle den Verbündeten zeigen, dass die USA sich der Sicherheit und Stabilität in Europa verpflichtet fühlten, sagte James.

Die knapp 19 Meter lange, mit Tarnkappentechnik ausgestattete „Raptor“ ist nur schwer vom Radar zu erfassen. Wegen der hohen Kosten war die Anschaffung der F-22 im US-Kongress umstritten. Hersteller Lockheed Martin beziffert den Stückpreis auf mehr als 140 Millionen Dollar. Expertenschätzungen gehen sogar von bis zu 350 Millionen Dollar je „Raptor“ aus, wenn man Wartung und Reparaturen einbezieht. Wegen der aufwendigen Wartung sollen die Flugkosten pro Stunde über 44.000 Dollar betragen.

Verteidigungsminister Ashton Carter hatte Russland vergangene Woche als „sehr, sehr ernsthafte Bedrohung“ bezeichnet. Die USA müssten ihre militärischen Kapazitäten an der russischen Aggression ausrichten, sagte Carter. Russlands Präsident Wladimir Putin verhalte sich mit seinen Aktionen in der Ukraine wie ein echter Gegenspieler.

Die Lage in der Ukraine ist fragil

Fast anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn ist das ostukrainische Gebiet des Donezbeckens um Donezk und Luhansk von Zerstörung und humanitärer Not geprägt. Die im Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter deutscher und französischer Vermittlung vereinbarte Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten wird täglich gebrochen. In dem Konflikt gibt es nach UN-Schätzungen bereits mehr als 6000 Tote. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

Scharmützel weiten sich immer wieder zu größeren Kämpfen aus - wie zuletzt in Starohnatiwka südlich und in Marjinka westlich von Donezk sowie in Schyrokyne östlich der Hafenstadt Mariupol. Der im Friedensplan im Februar vereinbarte Abzug schwerer Waffen ist bis heute nicht vollständig umgesetzt.

Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellen auf beiden Seiten Verstöße gegen das Minsker Abkommen fest. Die geplante entmilitarisierte Zone zwischen den Konfliktparteien ist nicht umgesetzt worden.

Zuletzt standen mehr als 50.000 Regierungssoldaten nach Kiewer Angaben mehr als 40.000 Aufständischen gegenüber. Die Separatistengebiete mit ihren bis zu drei Millionen Einwohnern unterliegen einer Wirtschaftsblockade durch Kiew. Nur auf sechs Straßen ist mit Passierschein ein Überschreiten der Frontlinie möglich. Stundenlange Wartezeiten sind die Regel.

Renten und Sozialhilfe können die Bewohner nur in den von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten erhalten. Die Separatistenführung zahlt eigene Renten und Gehälter unregelmäßig und zunehmend in russischen Rubel aus. Viele Menschen sind aufgrund von Geldmangel und Inflation auf humanitäre Hilfe internationaler Organisationen und aus Russland angewiesen

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erstellt am 25.Aug.2015 | 08:42 Uhr

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