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Terror am Flughafen Atatürk : Explosionen, Schüsse, viele Tote - Selbstmordanschlag in Istanbul

vom

Mindestens 28 Menschen starben bei dem Anschlag am Flughafen Atatürk. Etwa 60 sollen verletzt sein.

Istanbul | Bei einem Selbstmordanschlag auf den Atatürk-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind viele Menschen getötet worden. Der Sender CNN Türk spricht von mindestens 28 Toten. Etwa 60 Menschen seien bei dem Anschlag auf den größten Flughafen der Türkei am Dienstagabend verletzt worden. Drei Selbstmordattentäter hätten den größten Flughafen der Türkei am Dienstagabend angegriffen, meldete der Sender unter Berufung auf den Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin.

Die überwiegende Mehrheit der Opfer seien Türken, hieß es aus türkischen Regierungskreisen. Unter den Opfern seien aber auch ausländische Staatsbürger. Genaue Angaben über die Nationalitäten lägen noch nicht vor.

Der Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben bislang keine Informationen zu deutschen Opfern vor. „Bisher haben wir keine Hinweise, dass Deutsche betroffen sind“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Dienstagabend.

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, Polizisten hätten vor der Sicherheitskontrolle am Eingang des Internationalen Terminals auf der Ebene für ankommende Passagiere das Feuer auf Verdächtige eröffnet. Zwei Verdächtige hätten sich daraufhin in die Luft gesprengt. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es sei an zwei verschiedenen Orten am Flughafen zu Terrorangriffen gekommen. Minister Bozdag sagte, es gebe Informationen, wonach es auch am Eingang zur Metro am Flughafen eine Detonation gegeben habe.

Rettungskräfte warten nach dem Anschlag am Flughafen Atatürk auf ihren Einsatz.

Rettungskräfte warten nach dem Anschlag am Flughafen Atatürk auf ihren Einsatz.

Foto: dpa
 

Fotos vom Anschlagsort zeigten ein Bild der Verwüstung außerhalb des Ankunftsterminals, wo Passagiere gewöhnlich auf Taxis warten. Auf einem Foto war ein auf dem Boden liegendes Schnellfeuergewehr zu sehen.

Auf Twitter kursieren auch Videos, die den Moment des Anschlags zeigen sollen:

 

Westliche Sicherheitskreise vermuteten hinter dem Anschlag entweder die TAK - eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

 

Vor drei Wochen waren bei einem Anschlag der TAK in Istanbuls Stadtmitte elf Menschen getötet worden. Dieses Attentat vom 7. Juni war der dritte schwere Anschlag seit Jahresbeginn im Zentrum Istanbul.

Die TAK hatte anschließend auch ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt. Bei einem IS-Selbstmordanschlag waren im Istanbuler Zentrum im Januar zwölf deutsche Urlauber getötet worden.

Der Flughafen wurde komplett gesperrt. Alle Flüge würden bis Mittwochmorgen um 8 Uhr (Ortszeit/7 Uhr MESZ) zu anderen Flughäfen umgeleitet, hieß es aus türkischen Regierungskreisen. Der Atatürk-Flughafen hat in etwa ein Passagieraufkommen wie der Flughafen Frankfurt/Main. Er liegt auf der europäischen Seite Istanbuls. Auf der asiatischen Seite der Millionenmetropole liegt der kleinere Flughafen Sabiha Gökcen.

Für den Flugverkehr zwischen Deutschland und der Türkei haben die Anschläge bisher keine gravierenden Folgen. Eine am Dienstagabend mit 209 Passagieren und dem Ziel Istanbul von Berlin-Tegel aus gestartete Maschine der Turkish Airlines sei aber nach Ankara umgeleitet worden, sagte Flughafensprecher Lars Wagner der Deutschen Presse-Agentur.

Am Mittwoch würden regulär fünf Flüge von Tegel nach Istanbul abgehen, sagte Wagner weiter. Aber: „Das muss nicht so bleiben.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach den Opfern des Selbstmordanschlags am Atatürk-Flughafen in Istanbul ihre Anteilnahme aus. Sie sei erschüttert über „diese neuen und hinterhältigen Akte des Terrorismus“, sagte Merkel am späten Dienstagabend am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Gleichzeitig solidarisierte sich die Bundeskanzlerin mit den Türken: „Ich möchte dem ganzen türkischen Volk von hier aus sagen, dass wir uns im Kampf gegen den Terrorismus vereint sehen und uns gegenseitig unterstützen werden.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich entsetzt über die Anschläge.„Noch sind die Hintergründe unklar, aber alles deutet darauf hin, dass Terroristen erneut in der türkischen Metropole zugeschlagen haben“, sagte Steinmeier am Dienstagabend in Berlin am Rande eines Fastenbrechens mit Christen, Juden und Muslimen. „Wir stehen an der Seite der Türkei.“

Auch auf Twitter gab er ein Statement ab:

 
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erstellt am 28.Jun.2016 | 23:45 Uhr

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