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Heute Aktionstag „Festung Europa“ : Europaweite Pegida-Demos: Lutz Bachmann liegt krank im Bett

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Tausende werden erwartet. Stanislaw Tillich setzt vor dem Aktionstag auf einen harten Kurs gegen die Pegida-Bewegung.

Dresden | Ohne Pegida-Gründer Lutz Bachmann haben am Samstagnachmittag in Dresden Tausende Anhänger des fremden- und islamfeindlichen Bündnisses demonstriert. Bachmann liege krank im Bett, wurde den Teilnehmern zu Beginn der Kundgebung mitgeteilt. Während der Veranstaltung, auf der immer wieder „Merkel muss weg“-Rufe zu hören waren, sollte es Liveschaltungen in andere europäische Städte geben, wo anlässlich eines gemeinsamen Aktionstages fremdenfeindlicher Gruppen ebenfalls gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert wurde. Die Polizei sicherte die Kundgebung in Dresden mit einem Großaufgebot, um Zusammenstöße mit zahlreichen Gegendemonstranten zu verhindern.

Die Pegida-Bewegung hat in Dresden ihren Ursprung. Seit längerem gibt es aber auch europaweit Ableger. Einen gemeinsamen Aktionstag gibt es nun zum ersten Mal. 

Früher am Samstag haben Hunderte Menschen sich in Dresden einer Demonstration gegen den Aktionstag des fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnisses angeschlossen. Der Zug unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität“ sollte vom Hauptbahnhof quer durch die Innenstadt führen. Er wurde von starken Polizeikräften begleitet, um befürchtete Zusammenstöße mit rechten Pegida-Anhängern zu verhindern. Zu Zwischenfällen kam es laut Polizei zunächst nicht.

Im Rahmen eines Aktionstages gegen Muslime und Flüchtlinge haben das Pegida-Bündnis und andere rechtspopulistische Bündnisse und Parteien am Samstag europaweit zu Demonstrationen aufgerufen. Auch im australischen Canberra gingen Islamfeinde auf die Straße und skandierten: „Wir lieben Schweinefleisch“ und „Wer zum Teufel ist Allah?“.

Vor dem europaweiten Aktionstag trat der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich für ein striktes Durchgreifen gegen die Pegida-Bewegung ein. „Die Redner bei Pegida nehmen mittlerweile ja keine Rücksicht mehr“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Sie rufen offen zur Gewalt gegen Ausländer oder Politiker auf. Da ist jetzt zunehmend die Staatsanwaltschaft gefragt. Pegida kann das nicht länger schönreden.“ Tillich gab zugleich zu bedenken, es sei „klar zu trennen zwischen den Organisatoren und denen, die wegen einer vielschichtigen Unzufriedenheit dort mitlaufen.“ Die Herausforderung sei es, die Anhänger im Dialog zurückzuholen.

Pegida: Wer oder was ist das?

Das Bündnis „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) versteht sich als Bürgerbewegung gegen die etablierte Politik. Seine Anhänger berufen sich auf ein „christliches Menschenbild“ und demonstrieren seit Oktober 2014 immer wieder gegen „Überfremdung“ und „islamischen Extremismus“.

Kritiker werfen Pegida „religiös verbrämten Rassismus“ vor. Mit Hass- und Hetzreden gegen Flüchtlinge, Politiker und Journalisten kam die Bewegung immer wieder in die Schlagzeilen und gewann schnell an Zulauf.

Zu den größten Demonstrationen mit laut Polizei bis zu 25.000 Teilnehmern konnte Pegida in Dresden mobilisieren. Von den Ablegern in anderen deutschen Städten erreichte nur das Leipziger Legida-Bündnis mit bis zu 15.000 Demonstranten annähernd diese Bedeutung. Islamfeindliche Bewegungen in anderen europäischen Staaten versuchen mit begrenztem Erfolg an Pegida anzuknüpfen.

Gegen den vorbestraften Pegida-Gründer Lutz Bachmann erhob die Staatsanwaltschaft Dresden im Oktober 2015 Anklage wegen Volksverhetzung. Mehrfach gab es lokale Pegida-Abspaltungen. Ein Bündnis rechtsgerichteten Personen und Gruppen trennte sich von Pegida und bildete die Vereinigung „Widerstand Ost/West“.

 

 

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erstellt am 06.Feb.2016 | 16:31 Uhr

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