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FDP-Politiker : „Europäer“ und „Glücksfall“: So trauert Deutschland um Hans-Dietrich Genscher

vom

Der ehemalige Außenminister ist am Freitag gestorben. Politiker und die Netzgemeinde gedenken dem Politiker.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2016 | 13:37 Uhr

Hans-Dietrich Genscher ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Bundesregierung hat den früheren Außenminister in einer ersten Reaktion auf die Todesnachricht als großen Staatsmann gewürdigt.

Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter sagte, Genscher habe wie ganz wenige andere die Geschicke Deutschlands beeinflusst. Er nannte ihn einen großen Europäer und großen Deutschen. Er, Streiter, fühle sich in diesem Moment als stellvertretender Regierungssprecher „zu klein, um diesen großen Staatsmann zu würdigen“.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Genscher als herausragende Persönlichkeit gewürdigt. „Mit seiner Verlässlichkeit und seinem diplomatischen Geschick hat Hans-Dietrich Genscher unserem Land in der Welt ein Gesicht gegeben und das Vertrauen bei unseren Partnern gestärkt“, betonte Gauck in einem Kondolenzschreiben an Genschers Frau Barbara.

Auch FDP-Chef Christian Lindner hat sich schon kurz nach der Todesnachricht zu Wort gemeldet - und postete bei Twitter das Bild eines schwarzen Pollunders. Der gelbe Pullunder war das Markenzeichen Genschers:

Ihm schlossen sich andere FDP-Politiker an, die nach Guido Westerwelle nun um eine zweiten Mann aus ihren Reihen trauern - unter anderem Ex-FPD-Chef Philipp Rösler und Otto Fricke:

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Kubicki, würdigte Genscher als einen großen Liberalen und einer der bedeutendsten Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte. „Es war ein Glücksfall für Deutschland, dass Hans-Dietrich Genscher seine langjährige Erfahrung und seine Kontakte als Außenminister vor allem in der Wende-Zeit nutzen konnte. Sicher ist: Ohne sein außenpolitisches Wirken wäre die Bundesrepublik eine andere“, schreibt er.

Der Vorsitzende der CDU Schleswig-Holstein, Ingbert Liebing, und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther, äußerten sich in einer Pressemitteilung: „Mit Hans-Dietrich Genscher verliert die Bundesrepublik einen geschätzten Politiker und früheren Außen- und Innenminister“, heißt es darin. Die damalige Kombination von Helmut Kohl als Bundeskanzler und Hans-Dietrich Genscher als Außenminister sei ein Glücksfall für die Deutsche Geschichte geweisen.

Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und Hamburger Partei- und Fraktionschefin Katja Suding hat Genscher als politischen Vordenker der Deutschen Einheit und der europäischen Idee gewürdigt. „Genscher stand wie kein Zweiter für die Idee der Deutschen Einheit und des europäischen Zusammenwachsens“, erklärte Suding am Freitag in Hamburg. Sein Mut und seine Standfestigkeit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus blieben unvergessen.

Auch über die Parteigrenzen hinweg bekundeten Politiker ihre Trauer - so meldeten sich beispielsweise Julia Klöckner (CDU), Grünen-Parteichef Cem Özdemir, Grünen-Parteichefin Simone Peter, SPD-Vize Ralf Stegner, CDU-Vize Armin Laschet und Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour:

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat seinen verstorbenen Vorgänger Hans-Dietrich Genscher als „großen Deutschen und großen Europäer“ gewürdigt. „Hans-Dietrich Genscher hat in seinem langen und bewegten Leben buchstäblich Geschichte geschrieben: die Geschichte unseres Landes, Deutschland, und Geschichte in Europa. Sein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihm gewiss“, sagte Steinmeier am Freitag bei einem Besuch in Tadschikistan. „Ein großer Deutscher und ein großer Europäer ist heute von uns gegangen.“

Doch nicht nur Politiker, auch andere Twitter-Nutzer bekundeten ihre Trauer:

Genschers Leben in Bildern sehen Sie hier.

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