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Nordsee und Atlantik : EU-Minister legen neue Fischfangquote fest

vom

Nordsee-Fischer können 2017 wohl mit höheren erlaubten Fangmengen bei Kabeljau, Makrele und vor allem Seelachs rechnen.

Brüssel | Die EU-Fischereiminister wollen am Dienstag eine Einigung zu den Fangquoten in der Nordsee und im Atlantik im kommenden Jahr finden. Für Deutschland sind vor allem die Nordsee-Quoten wichtig. Zuletzt zeichnete sich ab, dass Nordsee-Fischer 2017 wohl mit höheren erlaubten Fangmengen bei Kabeljau, Makrele und vor allem Seelachs rechnen können. Die Schellfisch-Quoten dürften hingegen deutlich sinken. Über die Fangmengen für die Ostsee hatte sich die EU bereits im Oktober verständigt.

Die jährlichen Gespräche in Brüssel über die Fischfangquoten für die Nordsee und den Atlantik sind oft ein zähes Ringen. Manchmal bis in die Nacht verhandeln die zuständigen Minister der EU-Staaten über erlaubte Fangmengen. Ein Überblick:

Was ist eigentlich eine Fischfangquote?

Mit den sogenannten zulässigen Gesamtfangmengen wird bestimmt, wie viel Fisch in einem jeweiligen Jahr aus dem Meer gezogen werden darf. Gerechnet wird je nach Fischart in Tonnen beziehungsweise in Stückzahlen einzelner Fische. Die Beschränkungen gelten dann jeweils für bestimmte Fischbestände. Ein Bestand ist eine Fischart in einem bestimmten Meeresgebiet. Unter den EU-Staaten werden die Gesamtfangmengen dann in Form nationaler Quoten verteilt. Wenn das in einer Quote erlaubte Kontingent ausgeschöpft wurde, muss das jeweilige Land seinen Fischfang dort vorübergehend einstellen.

Wie werden die Fischquoten bestimmt?

Die Brüsseler EU-Kommission schlägt den EU-Ländern konkrete Quoten vor. Als Grundlage nutzt sie dafür Empfehlungen wissenschaftlicher Gremien, die den Zustand der einzelnen Bestände untersucht haben. Die letztgültige Entscheidung treffen schließlich die Minister der EU-Staaten. Länder mit großen Fangflotten, wie etwa Spanien oder Frankreich, kämpfen dabei in der Regel für hohe Quoten. Die EU stimmt sich bei Beständen, die gemeinsam befischt werden, zudem mit anderen Staaten wie etwa Norwegen ab.

Was zeichnet sich nun bei den Verhandlungen ab?

Tendenziell zeichnet sich keine Reduzierung des Fischfangs in der Nordsee und im Atlantik ab. Die EU-Kommission hatte im Oktober vorgeschlagen, die Fangquoten für 42 Bestände anzuheben beziehungsweise beizubehalten. Für 28 Bestände, um die es eher schlecht bestellt ist, sollten die Fangmengen demnach reduziert werden.

Gibt es auch für andere Gewässer Vorgaben?

Ja. Im Oktober hatten sich die EU-Fischereiminister über Fangquoten für die Ostsee geeinigt. Demnach dürfen deutsche Fischer im kommenden Jahr etwa deutlich weniger Dorsch aus der Ostsee ziehen. In der westlichen Ostsee sinkt die Menge im Vergleich zum laufenden Jahr um 56 Prozent, in der östlichen Ostsee um 25 Prozent. Außerdem gibt es hier erstmals auch Obergrenzen für Freizeitfischer.

Zudem verständigten sich die EU-Staaten im Sommer etwa auf schonenderen Tiefsee-Fischfang. Schleppnetze, die Fischer über den Meeresboden ziehen, dürfen demnach deutlich weniger eingesetzt werden. Diese Netze können den Meeresboden beschädigen und Riffe oder Muschelbänke zerstören.

 
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erstellt am 13.Dez.2016 | 08:44 Uhr

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