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Beginn der Rückführung in die Türkei : Erste Flüchtlinge in Deutschland – viele neue Asylanträge auf Lesbos

vom

Migranten ohne Asylantrag oder aus sicheren Drittstaaten wurden am Montag aus Griechenland ausgewiesen. In Hannover landete eine erste Maschine mit Flüchtlingen aus der Türkei.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 09:51 Uhr

Athen/Lesbos | Eine erste Maschine mit Flüchtlingen aus der Türkei ist am Montag in Hannover gelandet. 24 syrische Flüchtlinge waren somit die ersten, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften. Sie werden mit einem Bus zunächst in das Erstaufnahmelager Friedland bei Göttingen gebracht, wie ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sagte, der für den Transport verantwortlich ist. Eine zweite Gruppe syrischer Kriegsflüchtlinge landete am Montagmittag in Hannover. Die 16 Syrer waren vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ausgesucht worden. Griechenland hatte am Montagmorgen damit begonnen, Flüchtlinge und andere Migranten zurück in die Türkei zu bringen.

Die Rückführung von Flüchtlingen ist Teil des Pakts zwischen der EU und der Türkei. Da die Balkanroute geschlossen ist, hoffen die EU-Länder, durch die Vereinbarung den Flüchtlingsstrom besser kontrollieren zu können und vor allem Griechenland zu entlasten.

Busse brachten mehr als 200 Menschen am Montagmorgen zum Haupthafen der Insel Lesbos. Sie wurden von Sicherheitskräften begleitet. Ein erstes Schiff legte wenig später im Hafen des westtürkischen Küstenortes Dikili an, wie ein dpa-Reporter berichtete. Das zweite Schiff sei auf dem Weg in den Hafen. Auf dem Weg in den Hafen von Dikili wurden sie von der türkischen Küstenwache begleitet. Über dem Hafen kreiste ein Polizeihubschrauber. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, bei den meisten am Montag zurückgeschickten Flüchtlingen habe es sich um Pakistaner gehandelt.

Unterdessen stellen Flüchtlinge auf Lesbos nun offenbar massenhaft Asylanträge, um ihre Abschiebung hinauszuzögern. Das sagte die Chefin der für Migration zuständigen Abteilung der griechischen Polizei, Zacharoula Tsirigoti. Von nun an gelte es, Asylanträge zu bearbeiten, bevor weitere Migranten in die Türkei zurückgeschickt werden könnten. Aus Kreisen der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auf Lesbos hieß es, wegen der Antragsflut sei es nun umso wichtiger, dass zügig Asylexperten aus anderen europäischen Ländern nach Griechenland entsandt würden. Eine zweite Rückführung solle es am Montag nicht geben, sagte eine Sprecherin der griechischen Polizei.

Als erstes wurden Migranten ausgewiesen, die keinen Asylantrag gestellt haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen, wie der Sprecher weiter mitteilte.  Fast zeitgleich wurden Migranten in den Hafen der benachbarten Insel Chios gebracht. Sie sollten am Montagmorgen in die türkische Hafenstadt Cesme gebracht werden, hieß es aus Kreisen der Küstenwache.

Trotz der Rückführung hält der Flüchtlingszustrom nach Griechenland weiter an. Innerhalb von 24 Stunden hätten 339 neue Asylsuchende vom türkischen Festland auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt, teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise am Montag mit. Am Sonntag kamen demnach 514 Menschen an. Am Samstag waren es 566, am Freitag 339 und am Donnerstag 377 Migranten.

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