2015 verbreitete Twitter-Fotos : Ermittlungsverfahren gegen Marine Le Pen wegen IS-Gräuelfotos

Marine Le Pen ist für einen Austritt Frankreichs aus der EU.
Marine Le Pen versteht die Welt nicht mehr.

Der Weg für ein Verfahren gegen die Chefin der rechtspopulistischen Front National ist frei. Le Pen übt Kritik.

shz.de von
01. März 2018, 14:08 Uhr

Nanterre | Die französische Justiz hat gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen ein Ermittlungsverfahren wegen der Verbreitung von Gewaltbildern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingeleitet. Das gab die Staatsanwaltschaft des Pariser Vororts Nanterre am Donnerstag bekannt, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete.

Die französische Nationalversammlung hatte im November Le Pens Immunität aufgehoben und damit den Weg für ein förmliches Verfahren gegen die Front-National-Chefin freigemacht. An dessen Ende könnte ein Gerichtsprozess stehen.

Le Pen wird vorgeworfen, Ende 2015 auf Twitter drei Fotos verbreitet zu haben, auf denen die Ermordung von IS-Geiseln zu sehen ist. Eine der Aufnahmen zeigte den enthaupteten Leichnam des US-Journalisten James Foley. Le Pen reagierte mit der Veröffentlichung nach eigenen Angaben auf eine TV-Sendung, in der aus ihrer Sicht eine Parallele zwischen ihrer Partei Front National (FN) und dem IS gezogen worden war.

Über die auf Twitter verbreiteten Bilder der IS-Opfer hatte sie geschrieben: „Das ist der IS.“ Zur Eröffnung des Verfahrens sagte die FN-Chefin nun der Zeitung „Le Figaro“: „Ich werde also dafür belangt, den Terrorismus zu bekämpfen. Da steht die Welt auf dem Kopf.“

Für die Verbreitung von Gewaltbotschaften drohen in Frankreich bis zu drei Jahre Gefängnis und 75.000 Euro Strafe.

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