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Vor Referendum am Sonntag : Erdogan-Anhänger hacken deutsche und holländische Webseiten

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Betroffen war auch die Hafengesellschaft Bremenports und das Nachrichtenportal „Nord-West-Media TV“.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2017 | 19:52 Uhr

Bremen | Hacker haben am Mittwoch elf Homgepages von Firmen, Parteien und Medien aus Norddeutschland und den Niederlanden angegriffen. Das berichtet der „Weser-Kurier“. Demnach platzierten die unbekannten Hacker Fotos des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit Schriftzügen auf denen stand: „Nach dem 16. April werden wir Europa für alles Getane bezahlen lassen!“ oder „Präsident Erdogan der Eroberer“. Der „Weser-Kurier“ wurde laut Bericht von den Hackern über die Tat per Email informiert.

Erst Mitte März hatten Hacker über Tausende Twitter-Konten Anfeindungen gegen die Niederlande und Deutschland mit Bezug zum aktuellen Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker verbreitet.

Betroffen waren unter anderem die Betreibergesellschaft der Bremer Häfen, Bremenports und die Bremische Hafenvertretung (BHV). Bei dem Hackerangriff seien externe Server und die Seite manipuliert worden, sagte ein Bremenports-Sprecher. Die interne IT-Struktur sei nicht betroffen gewesen. Es sei Strafanzeige bei der Polizei gestellt worden.

Ebenfalls betroffen war das Nachrichtenportal „Nord-West-Media TV“. Zeitweise war auf der Homepage am Mittwoch ein Bild Erdogans auf einem Pferd vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu sehen. Darunter stand: „Präsident Erdogan der Eroberer“ und ein Verweis auf den 16. April, den Tag des Referendums über das Präsidialsystem in der Türkei. 

Laut Kurier-Bericht nutzten die Täter eine Mailadresse namens „anonimus@mail.com“ und gaben sich als türkische Bürger aus. Der Grund für die Angriffe sei, dass das türkische Volk die Demütigungen der nationalen Ehre durch die europäischen Staaten nicht hinnehmen wolle. Mit der Aktion wolle man auf das „aggressive und anti-demokratische Handeln“ dieser Länder antworten.

In den Niederlanden waren der Radiosender „Concertzender“ und die Seite „Studieren in Holland“ betroffen. In Hamburg war die Triathlon-Webseite „Triabolos“ betroffen. Auch der Online-Auftritt der CDU Hemmingen bei Hannover (Niedersachsen) war betroffen. Offenbar wurden die Seiten willkürlich ausgewählt.

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