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Kampf gegen den IS : Entscheidende Phase: Offensive auf Mossuls Altstadt beginnt

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Es dürfte sich nur noch um Tage handeln, bis Mossul im Nordirak vollständig vom IS befreit ist. Doch die Kämpfe werden blutig.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 15:07 Uhr

Mossul | Die Schlacht um die nordirakische IS-Hochburg Mossul geht in die entscheidende Phase. Das irakische Militär startete am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Offensive auf die dicht bebaute Altstadt. Die Einnahme des Zentrums wäre gleichbedeutend mit der kompletten Eroberung der letzten bedeutenden Stadt in den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak.

Irakische Regierungskräfte hatten im Oktober mit der Offensive auf Mossul begonnen. Ende Januar konnten sie den Ostteil der Stadt komplett einnehmen, die durch den Fluss Tigris geteilt ist. Tausende Menschen starben, Hunderttausende Zivilisten flüchteten. Gerade in dem dicht bebauten Stadtkern Mossuls waren die Verluste bei den Kämpfen zuletzt sehr hoch. Mossul ist die letzte große Hochburg des IS im Irak. Sollte die Terrormiliz die Stadt verlieren, wäre sie militärisch in dem Land weitgehend besiegt.

Der letzte Stadtteil unter IS-Kontrolle hat einen Durchmesser von etwa einem bis 1,5 Kilometer. Die Extremisten hatten Mossul im Juni 2014 ohne große Gegenwehr eingenommen.

„Die Truppen der Armee, Anti-Terror-Einheiten und die staatliche Polizei begannen mit der Erstürmung der Altstadt Mossuls“, hieß es in einer knappen Stellungnahme am Sonntagmorgen.

Augenzeugen und Sicherheitskreise berichteten von heftigen Kämpfen in der Stadt. Demnach sollen 13 Zivilisten durch Luftangriffe und Artillerie-Beschuss getötet worden sein. Ein mit Sprengstoff beladenes Auto der Dschihadisten konnte zur Explosion gebracht werden, bevor es in Reichweite der Sicherheitskräfte kam. Die irakischen Truppen werden von einer US-geführten Militärallianz aus der Luft unterstützt.

Der Islamische Staat ist in seinem Kernland im Irak und Syrien schwer unter Druck. Parallel zu den Kämpfen in Mossul läuft auch eine Offensive eines kurdischen Bündnisses gegen die IS-Hochburg Al-Rakka in Nordsyrien.

Der Verlust von Territorium bedeutet nicht, dass die sunnitische IS-Terrormiliz endgültig geschlagen ist. Militärexperten gehen davon aus, dass die Dschihadisten - wie bereits in der Vergangenenheit - in den Untergrund gehen und ihren bewaffneten Kampf sowie Anschläge fortsetzen werden. Sie könnten in ihren Hochburgen auf eine geheime Infrastruktur und eine vielfach sympathisierende sunnitische Bevölkerung zählen, schreibt das US-Portal defenseone.com. Außerdem werde mit dem Fall von Mossul und Al-Rakka der tiefer liegende Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak und in Syrien nicht gelöst.

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