Empörung über deutsche Spähangriffe auf Verbündete

shz.de von
17. August 2014, 14:29 Uhr

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll seit Jahren den Nato-Bündnispartner Türkei überwachen. Regierungskreise bestätigten der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass das Land seit langem als offizielles Aufklärungsziel geführt werde. Was dort geschehe, habe unmittelbare Bedeutung für die innere Sicherheit Deutschlands, hieß es zur Begründung. Der BND soll nach Informationen des „Spiegels“ zudem mindestens ein Gespräch von US-Außenminister John Kerry abgehört haben. Dieses soll 2013 als „Beifang“ im Überwachungsnetz gelandet sein, das der Dienst über den Nahen Osten gespannt hat – ähnlich wie 2012 ein Telefonat von Kerrys Vorgängerin Hillary Clinton. Die Opposition wirft der Regierung nun Heuchelei in der Debatte um Massenüberwachung der NSA vor. Weder Bundesregierung noch BND wollten sich nicht zu den Berichten äußern. Die „FAS“ berichtete, Regierungskreise rechtfertigten dies mit einer ganzen Reihe von Gründen. Diese reichten von den Aktivitäten der kurdischen PKK oder extremistischer türkischer Gruppen in Deutschland über Drogenschmuggel bis zur Schleuserkriminalität.

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