Empfangsflut im Januar

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15. Januar 2015, 12:05 Uhr

Wer sich zum Thema Empfang äußert, womöglich mit einem kritischen Unterton, der spielt mit dem Feuer und sollte sich nicht wundern, wenn sein Terminkalender in einem Jahr Lücken aufweist; denn der Januar ist traditionsgemäß für Empfänge bestimmt. Viele Einladungen dokumentieren eine obere Stufe auf der gesellschaftlichen Leiter. Und dieses Privileg gefährdet man nicht leichtfertig durch spitze Bemerkungen über den Sinn offizieller Steh-Partys; denn selbst wenn der Andrang noch so groß ist, wird registriert, wer dabei ist und wer fehlt. Zwar wagt schon mal ein Stadtoberhaupt, alle Bürger zum Empfang zu bitten, aber eine derart radikale Demokratie bleibt die Ausnahme. Normalerweise richten sich die Einladungen an eine geschlossene Gesellschaft. Vorbedingung ist eine Funktion. Und wer die Gästeliste prüft, wundert sich, wie viele Haupt- und Ehrenämter es gibt. Darunter durchaus Kuriositäten wie …, nein, keine Beispiele, vielleicht haben sie ja doch einen Sinn. Nicht an den Januar gebunden sind Empfänge de luxe wie Audienzen, zu denen der Papst lädt. Wie vornehm es dort zugeht, erkennt man auch daran, dass es keine Schnittchen gibt.

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