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Politik

20. Oktober 2017 | 09:41 Uhr

Eiskalt beobachtet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Eines muss man Sven Plöger, dem Wettermann der ARD, wirklich zu Gute halten. Ihm gelingt es noch immer, den Eindruck zu erwecken, als ob es ihm Vergnügen bereitet, seinen Zuschauern mitzuteilen, dass das Wetter morgen und übermorgen so bleiben wird wie es gestern und vorgestern war. Statt eines kräftigen männlichen Hochs setzt sich schon wieder ein elendes weibliches Tief durch. Und man glaubt dem vergnügtesten aller TV-Meteorologen anzusehen, wie er die Kollegen beneidet, die nicht erneut melden müssen, dass der Januar hierzulande um fast fünf Grad wärmer sei als im Jahresdurchschnitt, sondern von 40 Grad plus in Australien und gefühlten 45 Grad minus in Amerika berichten dürfen. Nur Fußballreporter, die zum dritten Mal hintereinander ein Spiel kommentieren, das 0:0 endet, können verstehen, wie sich der Kollege vom Wetterdienst fühlt.

Machte sich noch im vergangenen Jahr Verwunderung darüber breit, dass mitten im Winter Schnee fiel, nehmen nun Klagen zu, dass die Quecksilbersäule partout im Plusbereich verharre. Das Mitleid gilt den Tulpen, die schon aus dem Boden brechen, und bei den Straßenmeistereien blickt man besorgt auf die turmhohen Salzberge. Sollte es die Klimaerwärmung wirklich geben? Bisher gilt sie vorwiegend als Beschäftigungstherapie von Wissenschaftlern und Umweltschützern. Sven Plöger und Co. wollen mit ihren Prognosen höchstens eine Woche vorausblicken und sehen noch keine nennenswerten Verbesserungen. Aber fragt man die ganz Alten, dann schwärmen sie vom eisigen Februar mit zugefrorener Nord- und Ostsee. Glatte Straßen und hohe Heizkosten gibt es gratis dazu.

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