„Tag der arbeitenden Journalisten“ : Eine Sache der Perspektive: Erdogan feiert Türkei als Vorreiter der Pressefreiheit

Derzeit sitzen in türkischen Gefängnissen zwischen 39 und 151 Journalisten – darunter auch Deniz Yücel.
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Derzeit sitzen in türkischen Gefängnissen zwischen 39 und 151 Journalisten – darunter auch Deniz Yücel.

Der türkische Staatspräsident freut sich über Nachrichten „ohne irgendeine Einschränkung“ in seinem Land. Reporter ohne Grenzen sieht das ein wenig anders.

shz.de von
10. Januar 2018, 13:46 Uhr

Istanbul | Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat sein Land als Vorreiter der Pressefreiheit gefeiert. Zum türkischen „Tag der arbeitenden Journalisten“, der am Mittwoch begangen wurde, erklärte Erdogan: „In Sachen Pressefreiheit, neueste Kommunikationstechnologien, soziale Medien und Internetjournalismus ist die Türkei heute eines der führenden Länder der Welt.“

Die Öffentlichkeit habe das Recht auf „schnelle, richtige und unparteiische Nachrichten“ und es sei die Notwendigkeit der Demokratie, dass Medienorganisationen über alle Teile des Landes berichten, „ohne irgendeiner Einschränkung“ ausgesetzt zu sein. Eine weltoffene Gesellschaft sei nur mit „freien, transparenten und gerechten Medienorganisationen“ möglich.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) steht die Türkei auf Platz 155 von 180. Nach unterschiedlichen Angaben von Nichtregierungsorganisationen sitzen zwischen 39 und 151 Journalisten in türkischen Gefängnissen. Darunter ist der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel.

Erdogan hatte Yücel öffentlich beschuldigt, ein Terrorist und Spion zu sein. In seiner Erklärung zum Tag der Journalisten schrieb Erdogan auch, dass manche die „Sensibilität in Sachen Meinungsfreiheit“ der Türkei ausnutzten „und versuchen, durch Desinformation und manipulative Nachrichten die Brüderlichkeit unseres Volkes und die Integrität unseres Staates zu zerstören“.

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