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Eine Milliarde Euro für die Sanierung maroder Brücken

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verkehrsminister setzt auf „Erhalt vor Neubau“ / Konkrete Projekte nennt er nicht /Kiel begrüßt Dobrindt-Pläne

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 13:07 Uhr

Der Bund will mehr Geld in die dringend nötige Ausbesserung maroder Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen lenken. Es gebe einen hohen Sanierungsbedarf, der nicht weiter geschoben werden könne, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern in Berlin. Bis 2017 sollen in einem Sonderprogramm 1,06 Milliarden Euro für größere Erneuerungsvorhaben eingesetzt werden und damit 400 Millionen Euro mehr als bisher festgeschrieben. Viele der 39 000 Brücken im deutschen Fernstraßennetz sind älter als 40 Jahre. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer begrüßte die Ankündigung.

Wegen immer mehr tonnenschwerer Lastwagen nimmt der Verschleiß zu. Brücken in schlechtem Zustand seien bekannte Flaschenhälse, sagte Dobrindt. „Wenn die Brücke nicht mehr funktionsfähig ist, dann ist auch die Straße vor und nach der Brücke nicht mehr funktionsfähig.“ Rund 15 Prozent aller Brückenflächen wurde zuletzt ein ungenügender Zustand attestiert. „Erhalt geht vor Neubau“, betonte Dobrindt weiter. Über die bisherigen Pläne hinaus sollen 400 Millionen Euro mehr für die Brücken-Sanierung reserviert werden. Das Geld stammt aus den zusätzlichen fünf Milliarden Euro, die die schwarz-rote Koalition für Investitionen in die Verkehrswege versprochen hat.

Größere Erneuerungsvorhaben, die mehr als fünf Millionen Euro kosten, sollen künftig in einem eigenen Programm geführt werden. Konkret sind dafür im nächsten Jahr 310 Millionen Euro vorgesehen, für 2016 dann 350 Millionen Euro und für 2017 sogar 400 Millionen. In diesem Jahr dürften es voraussichtlich etwa 220 Millionen Euro sein. Einzelne Projekte wurden vorerst nicht benannt. Am stärksten betroffen vom Sanierungsstau sind laut Autofahrerclub ADAC Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen.

Dobrindts Kieler Amtskollege Meyer lobte dessen Plan: „Wir begrüßen jeden Ansatz, mit dem zusätzliches Geld für die Sanierung der Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird“, sagte er. Meyer hofft, dass er aus dem Programm unter anderem Geld für die derzeit laufende Reparatur der Brunsbütteler B 5-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal erhalten kann. Dort wird derzeit für sieben Millionen Euro der Rostschutz erneuert. Zudem forderte Meyer, das Programm über 2017 hinaus zu verlängern. Dann könnte er daraus auch demnächst anstehende Sanierungsarbeiten an der Fehmarnsundbrücke, der Rader Hochbrücke, der B 77-Brücke bei Schloss Gottorf in Schleswig oder der A 21-Brücke über die A 1 bei Bargteheide bezahlen.

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