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Eine Chance für kreative Politik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehr als 600 Millionen Euro Fördermittel der EU und des Landes fließen in den nächsten Jahren in die ländlichen Räume

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 16:04 Uhr

Wieder eine frohe Botschaft für den Norden! Erst die grüne Finanzministerin mit einem Haushaltsüberschuss. Jetzt der Grüne Robert Habeck mit dem Bekenntnis zum ländlichen Raum. Habeck will mithelfen, dass auf dem flachen Land über kurz oder lang nicht die Lichter ausgemacht werden (müssen). Grüne Politik als eine Politik, die eigene, eher urbane Hochburgen bevorzugt? Nicht mit Habeck.

Als Verbündeten hat er die EU an der Seite. Die will die Entwicklung ländlicher Räume künftig nicht weniger, sondern sogar mehr fördern. 420 Millionen Euro – das ist eine echte Hausnummer. 200 Millionen noch obendrauf vom Land. Sind die erst kofinanziert in der Finanzplanung der Haushalte bis 2020, dann lässt sich damit was anfangen – für die Entwicklung der Dörfer, für eine umweltgerechtere Landwirtschaft, für ein bisschen mehr Zukunft in der Fläche.

Habeck hat Recht mit dem Befund über die drohende, teilweise sichtbare Talfahrt in der Provinz. Der demographische Wandel hinterlässt Spuren. Wer auf dem Dorf bleibt, der hat meist schon oder bekommt demnächst graue Haare. Dutzende kleine Schulen stehen vor dem Aus, weil der Nachwuchs fehlt. Immobilien verlieren – anders als in den größeren Städten – an Wert. Junge Familien kommen nicht mehr nach. Die Folgen für die kommunale Infrastruktur, für Gesundheitsversorgung, Nahversorgung und Mobilität auf dem Land kann sich jede(r) leicht ausmalen.

Wer Schleswig-Holstein nicht nur über „Entwicklungsachsen“ definiert wie mancher Landesplaner, wer Schleswig-Holsteins Herz auch in der Provinz hört und es in Zukunft noch dort hören will, darf ländliche Räume nicht links liegen lassen. Das Förderpaket, das die EU gegen solche Trends geschnürt hat, kann einen Beitrag zur (Re)vitalisierung in der Fläche leisten.

Ein Habeck allein aber wird freilich nicht reichen, das Programm sinnvoll einzusetzen. Dazu braucht es auch Kommunalpolitiker, die entschlossen Zukunftskonzepte für ihre Dörfer entwickeln. In dem Millionenpaket steckt damit auch eine neue Chance für kreative Kommunalpolitik.

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