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Nach Übergriffen auf Frauen in Köln : „Eine Armlänge Abstand“ – Netz verspottet Henriette Reker

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Kölns Bürgermeisterin ist mit einem gut gemeinten Rat ins Fettnäpfchen getappt. Für ihren Vorschlag, Frauen könnten zum Selbstschutz einfach eine Armlänge Abstand halten, erntet sie Kritik. Reker verteidigt sich.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 13:22 Uhr

Köln | Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat mit einer Verhaltensempfehlung an Frauen nach den Übergriffen in der Silvesternacht für Aufregung im Internet gesorgt. Sie antwortete bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag auf die Frage, wie man sich als Frau besser schützen könne, unter anderem mit den Worten: „Es ist immer eine Möglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Armlänge betrifft“. Dennoch sagte Reker mehr:

Vor dem Kölner Hauptbahnhof hatte es in der Silvesternacht massive Übergriffe auf Frauen gegeben. Nach Angaben der Polizei waren sie von Männergruppen umzingelt, bedrängt und ausgeraubt worden. In einem Fall ermittelt die Polizei auch wegen des Verdachts der Vergewaltigung.

Die Reaktionen - vor allem bei Twitter unter dem Kennzeichen #einearmlaenge - pendelten zwischen Spott und scharfer Kritik. Ein Nutzer des Kurznachrichtendienstes schrieb etwa: „Ich könnte platzen! Bekommen Frauen jetzt eine Mitschuld, wenn sie sich nicht an die Verhaltensregeln halten?“

Auch andere Twitternutzer kritisieren Reker für ihre Aussage. Regeln für Frauen aufzustellen, damit diese nicht Opfer werden, sei der falsche Ansatz.

Ein anderer kommentierte ironisch: „Banken sollten vielleicht besser #einearmlaenge Abstand von Bankräubern halten.“

Fest steht aber bei der massiven Kritik auch, dass das Zitat von Reker aus dem Zusammenhang gerissen ist. Das sehen auch einige Twitter-Nutzer so:

Ein Twitterer fasst den absurden Tipp in einem Tweet zusammen:

Reker hat sich unterdessen verteidigt. „Durch die verkürzte Darstellung in einzelnen Medien ist teilweise der Eindruck entstanden, meine Präventionsinitiativen würden sich ausschließlich auf Verhaltenstipps für Frauen und Mädchen beschränken“, erklärte sie am Mittwoch. Davon könne gar keine Rede sein. Vielmehr habe sie auf eine gezielte Nachfrage hin versucht, auf bereits vorhandene Präventions- und Beratungsangebote in Köln hinzuweisen. „Nur ein Beispiel ist das Aktionsprogramm ,Partysicherheit für junge Frauen‘“, teilte Reker mit. Vorrang habe natürlich, die Sicherheit auf Kölns Straßen und Plätzen herzustellen.

 

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