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Islamistischer Terror : Dutzende Tote nach Angriff von Boko Haram in Kamerun

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Aus Vergeltung für einen Angriff tschadischer Truppen fällt die Boko Haram in ein Dorf ein. Moscheen werden niedergebrannt und Menschen hingemetzelt. Die Armee kann die Islamisten abwehren. Aber es gibt viele Opfer.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 16:59 Uhr

Jaunde | Bei einem Angriff der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram auf ein Dorf im Norden Kameruns sind nach offizieller Darstellung mindestens 82 Zivilisten getötet worden. Die Islamisten hatten den Ort Fotokol attackiert und die Bevölkerung wahllos ermordet. „Die Zahl der Opfer wird sicher noch steigen, da viele Verletzte derzeit noch in Lebensgefahr schweben“, sagte Verteidigungsminister Edgar Alain Mebe Ngo'o am Donnerstag.

Boko Haram kämpft für die Gründung eines sogenannten Gottesstaates im muslimisch geprägten Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten. Seit 2009 hat die Gruppe Schätzungen zufolge mehr als 15.000 Menschen getötet. Die Afrikanische Union plant die Entsendung einer 7500 Mann starken Regionaltruppe, die den Kampf gegen die Extremisten unterstützen soll.

Die Extremisten brannten den Angaben zufolge auch drei Moscheen nieder. Dabei kamen zahlreiche Muslime ums Leben. Wie viele Boko-Haram-Kämpfer bei anschließenden schweren Gefechten mit der Armee getötet wurden, war unklar. Lokale Medien zitierten Augenzeugen mit den Worten, mindestens 300 der Extremisten seien getötet worden.

Regierungssprecher Issa Tchiroma Bakary hatte zuvor von 50 Opfern berichtet. „Etwa 800 Boko-Haram-Kämpfer haben am Mittwoch erneut die Stellung unserer Truppen in dem Ort Fotokol angegriffen“, sagte er. „Aber wir konnten sie zurückdrängen.“ Nach Angaben des Sprechers der kamerunischen Streitkräfte, Didier Badjeck, waren die Menschen „in den Moscheen, auf den Straßen und in ihren Häusern abgeschlachtet worden“.

Der Angriff auf Fotokol war offenbar ein Racheakt für eine Offensive der tschadischen Armee in Nigeria. Dabei waren kurz zuvor in dem Ort Gamboru - der nur 500 Meter von Fotokol entfernt auf der anderen Seite der Grenze liegt - rund 200 Kämpfer der sunnitischen Fundamentalisten getötet worden.

 

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