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Geheimes Treffen von Führungskräften : Drei Bundesminister bei umstrittener Bilderberg-Konferenz in Dresden

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Kritiker sprechen von Weltregierung und elitärem Machtzirkel - denn die Bilderberg-Konferenz versammelt die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft hinter verschlossenen Türen.

Dresden | An der Bilderberg-Konferenz Ende der Woche in Dresden werden auch drei Mitglieder der Bundesregierung teilnehmen. Neben rund 130 anderen Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Militär und Medien hätten auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Innenminister Thomas de Maizière (alle CDU) ihr Kommen zugesagt, teilte die Konferenzleitung am Dienstag mit. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) steht ebenfalls auf der Gästeliste, wird laut Staatskanzlei aber nur an einem Abendessen teilnehmen.

Auf der Bilderberg-Konferenz diskutieren Politiker, Wirtschaftsbosse, Akademiker und Medienvertreter hinter verschlossenen Türen über das Weltgeschehen. Die Teilnehmer dürfen Gesprächsinhalte verwenden, aber Redner nicht namentlich zitieren. Kritiker sprechen von einem „elitären Zirkel“, der demokratischen Grundprinzipien entgegenstehe.

Der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Axa-Konzernchef Henri de Castries, wies den Vorwurf der Intransparenz zurück. „Warum konzentriert man sich so auf die Geheimhaltung von Bilderberg, wenn es jeden Tag Zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist?“, sagte er in Paris. Es handele sich um einen ausschließlich informellen Meinungsaustausch. „Es ist kein Parlament, keine operative Organisation.“

Die Konferenz dauert von Donnerstag bis Sonntag. In Dresden sind zahlreiche Proteste dagegen angekündigt, unter anderem von der rechtsextremen NPD und linken Gruppen. Auch das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis hat Aktionen geplant. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Themen der 64. Konferenz werden nach Angaben der Veranstalter unter anderem die Flüchtlingskrise und Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts sein. Vor den Präsidentschaftswahlen wollen sich die Konferenzteilnehmer auch mit der politischen und wirtschaftlichen Lage in den USA befassen. Weitere Schwerpunkte sind China, Russland, der Nahe Osten, Cyber-Sicherheit, Energie- und Rohstoffpreise, Prekariat und Mittelschicht sowie technologische Innovation.

Mit ihrem Aufsichtsratschef Paul Achleitner und dem Vorstandsvorsitzenden John Cryan ist die Deutsche Bank auf der Konferenz prominent vertreten. Außerdem wollen Airbus-Chef Thomas Enders, der Vorstandsvorsitzende des Springer-Konzerns, Matthias Döpfner, und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, nach Dresden kommen. Insgesamt stehen 15 deutsche Politiker, Manager und Wissenschaftler auf der Gästeliste.

Traditionell nimmt auch der König der Niederlande, Willem-Alexander, an dem Treffen teil. Die erste Konferenz fand 1954 im Hotel de Bilderberg im niederländischen Oosterbeek statt und kam so zu ihrem Namen.

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erstellt am 07.Jun.2016 | 14:55 Uhr

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