Drängler sind unbeliebt

shz.de von
20. Juni 2014, 12:15 Uhr

Wer sich vordrängt, der macht sich keine Freunde. Nicht an der Kasse, nicht in der Firma und schon gar nicht in der Politik. Immer schön anstellen, heißt es da. Erst im Gemeinderat, dann im Kreistag und danach im Landtag. Dort beginnt die Lehrzeit nicht in Reihe eins, sondern ganz hinten. Und wer sich langsam nach vorne gearbeitet hat, den erreicht eines fernen Tages der Ruf zu Höherem ins Kabinett. Kommt nun jemand und drängelt sich forsch an der Warteschlange vorbei, dann murren die Überholten. Bei der Kieler Bildungsminister Waltraut alias Wara Wende haben sich die Abgehängten bisher erstaunlich nachsichtig gezeigt. Möglicherweise nicht aus Überzeugung, sondern weil die Opposition den Protest übernommen hat. Die richtet seit Wochen ihre Tätigkeit darauf, der Seiteneinsteigerin aus dem Professorenstand Unfähigkeit und Gekungel um eine abgesicherte Rückkehr an den alten Arbeitsplatz nachzuweisen. Zwar ist dazu alles gesagt, aber doppelt und dreifach hält besser. Mitleid mit dem Opfer ist nicht angebracht; jeder Träger eines Professoren-Titels sollte weise sein und um die Politik einen großen Bogen machen.

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