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US-Klimapolitik : Donald Trumps Klima-Thesen im Fakten-Check

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Den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen begründete Trump mit vielen „Fakten“. Doch was ist dran an seinen Aussagen?

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2017 | 13:50 Uhr

Washington | „Unter Trump werden die USA das umweltfreundlichste Land der Erde bleiben.”

Fakt ist, dass die USA alles andere als umweltfreundlich sind. Der CO2-Ausstoß pro Kopf liegt derzeit bei knapp 28 Tonnen CO2 pro US-Bürger. Damit stehen die USA weit vor China und Deutschland an der Spitze der Klimasünder. Auch im Hinblick auf internationale Bemühungen zum Umweltschutz lässt sich sagen, dass die USA in keinster Weise eine Vorreiterrolle hat. Im Gegenteil, bei den UN-Klimaverhandlungen gelten sie bereits seit 25 Jahren als schwieriger Partner: Die Abkommen von Rio, Kyoto und Kopenhagen sind nicht ratifiziert worden.

„China darf Hunderte neue Kohlekraftwerke bauen. Nach dem Pariser Abkommen können sie das, wir aber nicht.“

Fakt ist, dass das Pariser Abkommen weder Dinge erlaubt noch verbietet. Vielmehr erklärte jedes Land mit der Unterzeichnung des Abkommens, wie weit es seinen Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren will und wie dieses Ziel erreicht werden soll. Außerdem weiß China um die Wichtigkeit der Energiewende. Im Januar stoppte das Land den Bau von 103 Kohlekraftwerken. Weiterhin wurden extrem umweltverschmutzende Kraftwerke geschlossen. Zudem hat China zugestimmt, seine Emissionen an Treibhausgasen bis 2030 um bis zu 65 Prozent zu reduzieren.

„Selbst wenn sich alle Nationen an Paris halten würden, würde dies bis zum Jahr 2100 den Temperaturanstieg nur um 0,2 Grad Celsius reduzieren.“

Fakt ist, dass das Pariser Abkommen aus dem Jahr 2015 im Vergleich zum Vertrag von Kopenhagen von 2009 den Temperaturanstieg um weitere 0,2 Grad Celsius senken will. Zudem ergaben Studien, dass der Pariser Vertrag die Erderwärmung um zusätzliche 0,8 Grad Celsius reduzieren kann. Angestrebt ist laut Vertrag die globale Klimaerwärmung auf insgesamt „deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius“ bis zum Jahr 2030 zu begrenzen. Die Klimaaktionspläne der 195 teilnehmenden Nationen müssten dafür aber noch verschärft werden, so Experten.

„Das Klimaabkommen würde das amerikanische Bruttosozialprodukt um drei Millionen reduzieren und 6,5 Millionen Jobs zerstören.“

Fakt ist, dass das Klimaabkommen der US-Wirtschaft laut Experten langfristig nicht schadet. In seiner Rede stützte Trump sich auf eine Studie eines den Republikanern nahe stehenden Instituts. Laut Kenneth Gillingham, Professor an der Yale Universität in New Haven, verfälscht die Studie die Zahlen: „Die Untersuchung war darauf ausgelegt, ein extremes Ergebnis zu erzielen.“ Zuletzt holten die USA im Bereich der Erneuerbaren Energien auf. Diese Entwicklung werde jetzt gefährdet, sind sich Experten einig. Trump streicht Subventionen für diese Branche und erweise der US-Wirtschaft damit einen Bärendienst. Statt die heimischen Unternehmen zu stärken und Exportchancen in einem Billionenmarkt zu ermöglichen, bremse Trump diese Entwicklung aus. Zahlreiche US-Konzerne kündigten an, sich weiter im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren.

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