Buch „Fire and Fury“ : Donald Trump will gegen Steve Bannon rechtliche Schritte einleiten

US-Präsident Donald Trump in Washington /Archiv
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US-Präsident Donald Trump in Washington /Archiv

Brisante Zitate soll Donald Trumps ehemaliger Chefstratege Stephen Bannon zu einem Enthüllungsbuch beigesteuert haben. Nun holt der US-Präsident zum Rundumschlag gegen seinen früheren Vertrauten aus.

shz.de von
04. Januar 2018, 12:41 Uhr

Washington | US-Präsident Donald Trump geht gegen seinen ehemaligen Chefstrategen und Wahlkampfleiter Stephen Bannon vor. Nach schweren Vorwürfen Bannons gegen Familienmitglieder von Trump kündigte der Präsident rechtliche Schritte gegen seinen einstigen Vertrauten an. Auslöser ist ein Buch, in dem Bannon ein Treffen von Trump-Sohn Donald und Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als „Verrat, unpatriotisch und üblen Mist“ wertet.

Trumps Anwälte verlangen eine Unterlassungserklärung. Bannons Kommunikation mit dem Autor Michael Wolff „gibt Anlass zu zahlreichen Rechtsansprüchen, darunter auf Rufschädigung durch Verleumdung und Beleidigung“, zitierte der US-Nachrichtensender CNN am Donnerstag Trumps Anwalt Charles Harder. Bannon habe zudem eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt.

Das Buch des Journalisten Wolff mit dem Titel „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) soll am nächsten Dienstag erscheinen. Die Veröffentlichung erster Auszüge hatte bereits am Mittwoch für helle Aufregung in Washington gesorgt. Nachdem Bannons Vorwürfe gegen den Sohn und andere Vertraute Trumps bekanntgeworden waren, brach der US-Präsident öffentlich mit seinem einstigen Chefstrategen.

„Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, hieß es in einer Erklärung Trumps, die am Mittwoch über das Weiße Haus verbreitet wurde. Bannon habe „nur vorgegeben, Einfluss gehabt zu haben, um ein paar Leute ohne Zugang und ohne Ahnung zu täuschen, denen er geholfen hat, verlogene Bücher zu schreiben.“ Bannon hatte das Weiße Haus im August 2017 verlassen, galt aber bisher weiterhin als Trump-nah.

Trumps ältester Sohn Donald hatte im Juli 2017 unter Druck zugegeben, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Von ihr hatte er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen, die Demokratin Hillary Clinton. Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort. Donald Junior hatte damals auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, geantwortet: „Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es.“

Trump löste inzwischen eine Kommission auf, die einen angeblichen Wahlbetrug bei der Präsidentenwahl 2016 untersuchen sollte. Trump unterzeichnete einen entsprechenden Erlass, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte. Trotz „erheblicher Beweise für Wahlbetrug“ hätten sich viele Bundesstaaten geweigert, der Kommission Informationen zu geben, erklärte Sanders.

Das Gremium war von Anfang an umstritten. Für Aufruhr sorgte unter anderem, dass es von den Bundesstaaten die Herausgabe teils sensibler Daten aus den Wählerverzeichnissen verlangte. Viele Staaten weigerten sich, dies tun. Trump hatte nach seinem Sieg im November 2016 immer wieder erklärt, bei der Wahl habe seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton zwischen drei und fünf Millionen Stimmen erhalten, die nie hätten abgegeben werden dürfen. Trump lieferte für seine Behauptung nie Beweise.

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