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Caucuses in Nevada : Donald Trump: Viel Werbung und möglicherweise zu viele Stimmen

vom
Aus der Onlineredaktion

Es ist der dritte Sieg in Folge für Donald Trump. Aber auch ein berechtigter? An den Urnen soll es manipulativ zugegangen sein.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 13:19 Uhr

Las Vegas | Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump könnte sich seinen Sieg bei den Caucuses im US-Bundesstaat Nevada mit unlauteren Mittel erstritten haben. Das berichtet am Mittwoch die britische Tageszeitung „The Guardian“ auf ihrer Homepage. Demnach soll es Unregelmäßigkeiten bei der Registrierung von republikanischen Wählern sowie beim Auszählen von Stimmen gegeben haben. shz.de zeigt, was die von den Parteien organisierten Caucuses eigentlich sind, was dort erlaubt ist und was nicht.

Es ist nach New Hampshire und South Carolina der dritte Sieg in Folge für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Viele sehen die Bewerbung des Milliardärs für das höchste Amt in den USA jedoch als Gefahr. Im Wahlkampf fällt er vor allem durch Stimmungsmache auf - und jetzt durch mögliche Manipulationen.

Laut Bericht des Guardian beherrschten „chaotische Zustände“ den Ablauf der Caucuses in Nevada. Es habe meterlange Schlangen vor den Wahllokalen gegeben, die auf eine unzureichende Organisation zurückzuführen seien. Die Republikaner erhalten noch eine weitere Rüge. So saßen an zahlreichen Urnen Wahlhelfer, die mit Aufdrucken auf T-Shirts oder Cappees für Präsidentschaftsbewerber Donald Trump warben. Dabei müssten die Ehrenamtlichen in ihrer Funktion als Wahlhelfer eigentlich neutral bleiben. Der Guardian-Journalist Richard Wolffe hat dazu Tweets veröffentlicht.

Dieser Tweet zeigt einen der freiwilligen Wahlhelfer, der ein T-Shirt mit Trump-Aufdruck trägt:

Es gab ebenfalls Wahlhelfer, die mit Trump-Logo warben:

Die republikanische Regierung des US-Bundesstaates sieht in der Wahlwerbung allerdings keinen regelwidrigen Verstoß. In einem Tweet der Republikaner Nevadas heißt es dazu: Es verstoße nicht gegen die Regeln für Wahlhelfer, Kleidung mit Werbung für einen Kandidaten zu tragen:

Doch durch die Werbeaufdrucke ist noch nicht genug mit Manipulation. Es könnte sogar Tricksereien bei der Registrierung von Wählern und der anschließenden Auszählung der Stimmen gegeben haben. Der Guardian nennt zahlreiche Seiten zu den Caucuses, die darüber berichteten. Da hieße es, dass Stimmen „doppelt gezählt“, hie und da Angaben zur Wähler-Identifizierung bei der Registrierung gar nicht überprüft wurden. Wieder sehen die Republikaner keinen Wahlbetrug: Es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben, heißt es bei Twitter:

Die Sieg bei den Caucuses in Nevada ist für Donald Trump der dritte Erfolg im Präsidentschaftswahlkampf. Einen Überblick über gelaufene Vorwahlen der Republikaner gibt diese Karte:

Bleibt noch die Frage, wie die Caucuses ablaufen, was erlaubt ist, und was nicht:

Was ist der Unterschied zwischen Caucuses und Primaries?

Ein Caucus ist eine Versammlung von Anhängern und Mitgliedern einer Partei. Er wird häufig bei den US-Vorwahlen eingesetzt. Bei Parteiversammlungen (caucuses) oder Vorwahlen (primaries) wird bis zum Sommer der Großteil der Delegierten für die Nominierungskongresse ausgesucht. Dort werden im Juli die Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus offiziell gekürt. Dabei wird ein Caucus von den Parteien organisiert, für Primaries sind die Bundesstaaten verantwortlich.

Im Vorwahlkampf wird in den USA darüber entschieden, wer für die Demokraten und Republikaner zur Präsidentschaftswahl am 8. November antritt. Gewählt wird in allen 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington und den Territorien der USA.

Wo finden Caucuses statt?

In diesen US-Bundesstaaten gibt es Caucuses: Alaska, Colorado, Hawaii, Iowa, Kansas, Maine, Minnesota, Nevada, North Dakota, Washington und Wyoming. In Idaho und Nebraska veranstaltet nur die Demokratische Partei, in Montana nur die Republikanische Partei Caucuses.

Wie verläuft ein Caucus?

Zu einem Caucus versammeln sich Parteimitglieder beziehungsweise nur zum Zwecke der Wahl registrierte Anhänger zunächst in kleinen Zirkeln auf lokaler Ebene. Beitritte und Neuregistrierungen sind sogar noch zu Beginn der Versammlungen erlaubt. Jeder US-Amerikaner kann sich jedoch nur bei einer der beiden Parteien, also Demokraten oder Republikanern, registrieren lassen. Für die Wahl eines Präsidentschaftskandidaten gibt es mehrere mögliche Verfahren. Teilweise gibt es die geheime Wahl, teilweise versammeln sich die Anhänger um ein Namensschild ihres Wunschkandidaten. Die Gruppe der Unentschlossenen erhält durch Reden und Vorträge weitere Informationen und kann sich noch überzeugen lassen. Ist ein Verfahren abgeschlossen, wird gerechnet wie viele Delegierte ein Präsidentschaftsbewerber auf sich vereinen kann.

Nach Ende der ersten Runde der Caucuses werden überregional auf weiteren Ebenen ähnliche Ausscheidungen veranstaltet, bei denen jeweils ermittelt wird, welche Delegierten auf die nächsthöhere Ebene geschickt werden. Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern. Aufgrund der Bindung der meisten Delegierten an einen Präsidentschaftskandidaten kann die Wahl eines Bundesstaates aber im Wesentlichen bereits nach der ersten Runde vorausgesagt werden.

Gibt es ein Regelwerk?

Für den Ablauf eines Caucus gelten keine einheitlichen Regeln. Sie unterscheiden sich sowohl nach Bundesstaaten als auch nach Parteien.

 
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