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USA und Russland : Donald Trump und Sergej Lawrow senden Signale der Annäherung

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Es ging um Syrien und die schlechten Beziehungen der beiden Länder - bei beiden Themen besteht Hoffnung auf Besserung.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 10:35 Uhr

Washington | US-Präsidenten Donald Trump der russische Außenminister Sergej Lawrow haben sich in Washington getroffen. Beide bewerteten ihr Gespräch als positiv. Trump sprach sich dafür aus, die Beziehung zwischen beiden Ländern wieder zu verbessern. Das teilte das Weiße Haus am Mittwoch im Anschluss an die Begegnung mit. Trump habe zugleich die Notwendigkeit unterstrichen, dass Russland im Syrien-Konflikt seinen Einfluss geltend machen solle und die Regierung von Baschar al-Assad sowie den Iran im Zaum halten müsse.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA hatten sich zuletzt immer weiter verschlechtert. Die USA hatten Anfang April nach einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien eine Militärbasis der Assad-Regierung angegriffen. Moskau kritisierte das massiv. Bei einem Treffen von Lawrow und Tillerson in Moskau sprachen beide Seiten noch von einem „Tiefpunkt der Beziehungen“.

Der US-Präsident zeigte sich optimistisch, dass die Situation in Syrien verbessert werden könne. Es passierten Dinge, die sehr positiv seien, erklärte er vor Journalisten im Weißen Haus. Man sei sich darüber einig gewesen, dass das Blutvergießen in dem Bürgerkriegsland „so schnell wie möglich“ ein Ende haben müsse. Russland ist einer der engsten Verbündeten Assads.

Lawrow sagte nach dem Treffen, Trump habe sein Interesse bekundet, sachlich pragmatische Beziehungen aufzubauen und offene Probleme beizulegen. Der Dialog sei frei von jener Ideologie gewesen, die charakteristisch für die Regierung von Barack Obama gewesen sei, sagte er laut Übersetzung. Trump und seine Regierung seien „Männer der Tat“. Auch Trump beschrieb die Begegnung als „sehr, sehr gut“.

Weder der US-Präsident noch Außenminister Rex Tillerson gaben eine gemeinsame Pressekonferenz mit Lawrow. Der russische Außenminister sprach stattdessen in der Botschaft seines Landes in Washington zu Journalisten.

Die Gespräche wurden überschattet von der überraschenden Entlassung des FBI-Chefs James Comey durch Trump. US-Medien und die Demokraten vermuten als Grund dafür, dass die Behörde wegen möglicher Kontakte zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands ermittelt.

Lawrow wies eine Frage zu den möglichen Verbindungen am Mittwoch zurück und bezeichnete es als „Lärm“. Es gebe keinerlei Beweise dafür, dass Russland sich in die US-Präsidentschaftswahl eingemischt habe. Amerikanische Geheimdienste gehen davon aus, dass der Kreml versucht hat, die Wahl zugunsten von Trump zu beeinflussen.

Trump versuchte, den Rauswurf von Comey zu verteidigen. „Comey hat das Vertrauen von fast jedem in Washington verloren, sowohl von Republikanern wie von Demokraten“, twitterte Trump am Mittwoch. „Wenn sich die Dinge beruhigt haben, werden sie mir noch dankbar sein!“

In einem zweiten Tweet schrieb Trump, Comey werde durch jemanden ersetzt werden, der dem FBI dessen Prestige und dessen Geist zurückbringen werde.

 

In einem weiteren Tweet unterstellte Trump den Demokraten Unaufrichtigkeit. „Sie haben einige der schlimmsten Dinge über Comey gesagt, einschließlich der Tatsache, dass er gefeuert werden soll, und nun spielen sie so ein falsches Spiel!“

 

Die Schimpf-Tirade gegen die Demokratenschein schien gar kein Ende mehr zu nehmen. Sie hätten sich „Monat für Monat über Direktor Comey beschwert. Jetzt nachdem er gefeuert wurde , tun sie so, als seien sie verärgert. Falsche Heuchler!“, twitterte Trump.

Treffen von Trump und Putin geplant

Nach Darstellung Lawrows werden sich Kreml-Chef Wladimir Putin und Trump am Rande des G20-Gipfels im Juli in Hamburg treffen. Das Weiße Haus hat bislang nur gesagt, dass es Bestrebungen für ein solches Treffen gebe.

Es war das erste Mal seit vier Jahren, dass Lawrow für ein Treffen nach Washington reiste. Unter der Vorgängerregierung traf er sich mit seinem damaligen Amtskollegen John Kerry in Moskau oder auch in der Schweiz.

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