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Treffen in Paris : Donald Trump und Emmanuel Macron: Essen unter Freunden - und eine peinliche Szene

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Syrien, Freihandel und Klimaschutz - die Präsidenten hatten viel zu besprechen. Trump fiel mit sexistischem Spruch auf.

Paris | Der französische Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben sich in Paris um eine Annäherung bemüht. Bei dem Besuch des Amerikaners anlässlich des Nationalfeiertags verständigten sich die beiden auf ein Vorgehen im Anti-Terror-Kampf und beim Syrien-Konflikt. Auch bei umstrittenen Themen wie dem Freihandel suchten sie nach gemeinsamen Positionen. Beim Klimaschutz blieb es beim Dissens. Trump fiel auch mit einer sexistischen Bemerkung auf.

Brigitte und Emmanuel Macron hatten Trump und Ehefrau Melanie am Nachmittag mit militärischen Ehren am Invalidendom empfangen. Nach der gemeinsamen Besichtigung kam es zu einer peinlichen Szene zwischen Trump und Brigitte Macron. Die Paare standen zusammen und unterhielten sich kurz bevor sie sich verabschiedeten.

„Oh, ich hatte eine tolle Zeit“, sagte Trump zunächst. Danach gestikulierte er in Richtung Brigitte Macron und sagte: „Wissen Sie, Sie haben sich so gut gehalten“ ("You know, you're in such good shape.")

Das wiederholte Trump sogar nochmal, indem er sich zum französischen Präsidenten umdrehte und sagte: „Sie ist in toller körperlicher Verfassung.“ ("She's in such good physical shape") - „Wunderschön.“ ("Beautiful.")

 

Die Bemerkung von Trump war gerade für einen Staatsgast unangebracht, er streifte damit ein äußerst sensibles Thema. Seine Äußerung legte nahe, dass er sich auf das Alter von Brigitte Macron bezog, die 64 Jahre alt und damit 24 Jahre älter als ihr Ehemann ist. Emmanuel Macron hatte stets kritisiert, dass der Altersunterschied zum Thema gemacht wurde und festgestellt, wenn er der ältere Partner wäre, würde niemand über das Thema reden. So wie bei den Trumps. In den sozialen Netzwerken wurde die Bemerkung Trumps auch vielfach kritisiert und ihm Sexismus vorgeworfen.

Für die Frauen Brigitte Macron und Melania Trump ging es danach weiter mit der Stadtrundfahrt: Sie besichtigten die Kathedrale Notre-Dame und machten eine Bootstour auf der Seine.

Der erste Abend des Paris-Besuchs endete im Wahrzeichen der französischen Hauptstadt - im Eiffelturm. „Wir werden ein Essen unter Freunden haben“, sagte Macron dazu.

Darüber haben die Präsidenten bei ihrem Treffen gesprochen:

Syrien

Macron kündigte eine gemeinsame diplomatische Initiative im Syrien-Konflikt an. Die Länder strebten die Schaffung einer Kontaktgruppe an, „um einen politischen Fahrplan für die Zeit nach dem Krieg vor allem in Syrien zu schaffen“, sagte er und zeigte sich dabei bereit, auch Vertreter von Staatspräsident Baschar al-Assad an den Gesprächen zu beteiligen.

Er mache aus der Absetzung Assads keine Bedingung für eine Intervention Frankreichs. „Wir haben in der Tat die französische Doktrin im Hinblick auf Syrien geändert“, sagte Macron.

Trump erklärte, die im Südwesten erreichte und seit fünf Tagen haltende Waffenruhe sei ein großer Fortschritt. Die USA arbeiteten mit ihren Partnern an einer Ausdehnung der Waffenruhe auf ein zweites, umkämpftes Gebiet.

Freihandel

Beim Thema Freihandel verständigten sich die Staatschefs trotz teils unterschiedlicher Auffassungen darauf, gemeinsam gegen Dumping vorzugehen. Sowohl der EU als auch den USA solle es erlaubt sein, heimische Branchen und Arbeiter zu schützen, sagte Macron. „Im Rahmen eines Freihandels, aber eines gerechten Freihandels.“

Trump sieht den freien Handel in der aktuellen Form als Gefährdung für US-Interessen und hatte Handelspartnern immer wieder mit Schutzzöllen gedroht, etwa auf europäische Stahlprodukte.

Klimaschutz

Beim Klimaschutz wollte sich Trump die Tür für einen Verbleib im Pariser Abkommen weiterhin offen halten. „Es kann noch etwas passieren, bezüglich des Pariser Abkommens“, sagte er. Allerdings erneuerte er damit nur seine Position, die er bereits bei der Ankündigung, das Abkommen zu verlassen, klar gemacht hatte. Damals hatte er erklärt, er wolle nachverhandeln und für die USA bessere Konditionen herausholen. Deutschland und Frankreich hatten dies klar abgelehnt.

Am Freitag wird Trump noch als Ehrengast bei der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées dabei sein. Anlass ist der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Amerikanische Truppen kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 07:55 Uhr

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