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„Krieg gegen die Medien“ : Donald Trump twittert Prügelvideo gegen CNN

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Der US-Präsident keilt weiter gegen die US-Medien. Seine Fehde mit Mika Brzezinski und Joe Scarborough führt er fort.

Washington | Der Kopf des Anzugträgers am Fuße einer Wresling-Bühne wird mit dem Logo des Nachrichtensenders verdeckt. Donald Trump kommt von der Seite und wirft den „CNN“-Mann auf den Boden. Das Publikum johlt. Zu harten Rockriffs marschiert der Reality-TV-Star triumphierend davon. Die Sequenz endet mit der Einblendung einer manipulierten Stationskennung: „FNN“ (Frau New Network).  

Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht, Interviews gibt er praktisch nur noch dem Sender Fox News, der ihm wohlgesonnen ist.

Der Präsident twittert am Sonntag das „Wrestling“-Filmchen als unmissverständliche Warnung an den missliebigen Sender. „Ich denke ich ändere den Namen #FakeNews CNN zu #FraudNewsCNN“. Ob „erfundene Nachrichten“ oder „Betrüger Nachrichten“ - Trump geht in seinem „Krieg gegen die Medien“ in die Offensive. 

„Die Fake Medien versuchen uns Mundtod zu machen“, peitsche der Präsident am Samstagabend eine Versammlung von Evangelikalen im Kennedy Center auf, die ihm vorher mit einem eigens komponierten „Make America Great“ huldigten. Er werde das nicht erlauben. „Ich bin Präsident und die nicht“. Die Agenda der Medien sei nicht die des Volkes. „Die zerstörten sich selbst, weil sie zu weit gegangen sind.“ 

Bei einem privaten Dinner im Trump-eigenen Hotel für Spender und Geldgeber drohte der Präsident tags zuvor mit einer Klage gegen CNN. „Falls hier ein Anwalt ist, der denkt, wir hätten einen guten Rechtsstreit - ich habe das Gefühl, wir sollten das tun. Wäre das nicht ein Spaß?“ 

Unverdroßen setzte Trump über das Wochenende seine Fehde mit dem Moderatoren-Paar Mika Brzezinski und Joe Scarborough fort. Die Kritik an seinem Gebrauch der sozialen Medien als „nicht präsidial“ ginge an der Sache vorbei. „Das ist sehr MODERN PRÄSIDIAL. Make America Great Again!“

Scarborough und Brzezinski moderieren die Show „Morning Joe“ des Senders MSNBC. Trump wirft ihnen unfaire Berichterstattung vor. Bereits am Donnerstag hatte er Brzezinski via Twitter als „verrückte Mika“ mit niedrigem IQ bezeichnet und behauptet, sie habe ihn auf seinem Anwesen in Mar-a-Lago unbedingt sehen wollen, obwohl sie nach einer Lifting-Operation im Gesicht stark geblutet habe. Scarborough nannte er einen „Psychopathen“.

Brzezinski hatte Trumps Attacken am Freitag als alarmierend bezeichnet und den Vorwurf unfairer Angriffe gegen den Präsidenten zurückgewiesen. „Wir berichten über seine Lügen“, sagte sie. „Wir sind verärgert, wenn er nicht die Wahrheit sagt (...).“

Auch namhafte Republikaner wie der Senator Lindsey Graham hatten Trumps Twitter-Ausfälle gegen die Moderatoren als unangemessen und würdelos kritisiert. Andere äußerten sich frustriert darüber, dass der Präsident mit dieser Art von Angriffen ständig Schlagzeilen erzeuge, die von seiner politischen Agenda ablenkten.

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erstellt am 02.Jul.2017 | 19:00 Uhr

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