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Vorwahlen in den USA : Donald Trump – Sieg mit Schönheitsfehlern

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Marco Rubio hat bei den Vorwahlen der Republikaner in vier Bundesstaaten am Wochenende erneut enttäuscht. Jetzt hat nur noch der ultrakonservative Ted Cruz eine vage Chance, Donald Trump zu stoppen.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2016 | 17:40 Uhr

Washington | Zwei Siege, zwei zweite Plätze - die Attacken der #NeverTrump-Bewegung prallen an dem Spitzenreiter des Rennens um die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten abermals ab. Trump gewann bei den Vorwahlen am Samstag in Louisiana und in Kentucky, während er bei den Caucuses in Maine und Kansas als zweiter über die Ziellinie ging.  

Damit führt Trump nun das Kandidatenfeld mit 382 Delegierten zum Wahlparteitag in Cleveland an, vor Cruz mit 300. Deutlich abgeschlagen steht der neue Liebling des Partei-Establishments mit 128 Delegierten auf dem dritten Platz, gefolgt John Kasich mit 35 Stimmen. Für die Nominierung braucht ein Kandidat mindestens 1237 Delegierte.

„Wir sind eine Bewegung, die Millionen von Menschen unterstützen“, feiert Trump seinen Sieg mit Schönheitsfehlern in einem seiner Nobelhotels in Florida. Tatsächlich holte sein Rechtsaußen-Konkurrent Cruz an diesem Wochenende mehr Delegierte als Trump. Doch das strategisch bedeutsame Ergebnis der vier Vorwahlen bleibt die Implosion Rubios.

Der Wortführer der „Stop-Trump-Bewegung“ schaffte es in nicht einem Bundesstaat auf den zweiten Platz. In Kansas verlor Rubio gegen Cruz mit 32 Prozent Abstand, in Maine mit 40 Prozent. Auf Trump lag er in Louisiana 30 Prozent, in Kentucky 20 Prozent zurück.

„Jeder liebt ihn, nur nicht die Wähler“, bringt der Analyst Paul Begala das Problem des einst als „Zukunft der Partei“ gefeierten Rubios auf den Punkt. Andere warnen den Senator aus Florida, seinen Weg zu einem Comeback nach den Präsidentschaftswahlen nicht zu verbauen. „Er hat eine Chance seine politische Karriere zu retten“, meint der republikanische Insider Joe Scarborough. „Das ist nicht der Fall, wenn er den Absprung verpasst und von Donald Trump in seinem Heimatstaat geschlagen wird.“

Genau danach sieht es in den Umfragen aus, die Rubio deutlich im Rückstand zu dem Rechtspopulisten sehen, der in Florida seine zweite Heimat hat. „Das Establishment ist gegen mich, aber sie können mich nicht kontrollieren“, poltert Trump vor seinen Anhängern, denen er das Ende des Jung-Senators bei den Vorwahlen am 15. März voraussagt. „Jeder, der mich attackiert, geht unter.“

Im Unterschied zu anderen Vorwahl-Staaten investiert Trump in Florida größere Millionenbeträge in TV-Spots. Statt nach der Kritik an seiner halbherzigen Distanzierung vom Ku Klux Klan und dem Mussolini-Zitat Abstand vom rechten Rand zu suchen, legte Trump am Samstag auf einer Kundgebung in Orlando nach. Er forderte die rund 25.000 Anhänger auf, den rechten Arm zum Treueschwur zu heben.

In Anspielung darauf und die ätzende Satire John Olivers auf den  National-Chauvinisten hielten vor der CFE-Arena Demonstranten Schilder mit „Heil Drumpf“ hoch.

Trump könnte bei den kommenden Vorwahlen von dem Kalkül seines härtesten Opponent Cruz profitieren, der in Florida - obwohl selber chancenlos - massiv in den Wahlkampf einsteigt, um Rubio dort Mitte März einen Sieg zu verweigern. „Wenn er seinen eigenen Staat nicht gewinnt, kann er nicht weitermachen“, erklärt Cruz-Sprecher Ron Nehring die Strategie.

Das Problem für den ultrakonservativen Senator besteht darin, dass Trump dann noch weiter davonzieht. In Florida bekommt der Gewinner alle 99 Delegierten-Stimmen. Wie übrigens auch in Ohio, wo Gouverneur John Kasich vor einem ähnlich großen Problem steht wie Rubio in Florida. Er hinkt Trump in den Umfragen hinterher.

Zu dem Zeitpunkt, an dem Cruz das Rennen zu einem Duell machte, könnte es längst gelaufen sein. Zumal der Wahlkalender sich weniger günstig für den Kandidaten gestaltet, der seine Hochburgen in Staaten mit einem großen Anteil evangelikaler Wähler hat. 

Bei den Demokraten punktete Bernie Sanders am „Super“-Samstag in Nebraska und Kansas, verlor aber deutlich gegen Hillary Clinton in dem sehr viel wichtigeren Bundesstaat Louisiana.  

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