Weltwirtschaftsforum in Davos : Donald Trump-Rede vor leeren Reihen – Teilnehmer planen stillen Protest

Nicht wirklich willkommen: Demonstranten protestieren in Zürich gegen den Besuch von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
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Nicht wirklich willkommen: Demonstranten protestieren in Zürich gegen den Besuch von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Trump soll unter anderem afrikanische Länder als „Dreckslöcher“ bezeichnet haben. Das wollen afrikanische Geschäftsführer nicht hinnehmen.

shz.de von
25. Januar 2018, 10:47 Uhr

Davos | Spricht US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor leeren Reihen? Wie das Nachrichtenmagazin Quartz berichtet, planen immer mehr Konferenzteilnehmer, die für Freitag geplante Schlussrede als Reaktion auf Trumps Abschottungspolitik und seine rassistische Bemerkung über einige Herkunftsländer von Einwanderern, vorzeitig zu verlassen.

Trump soll Mitte Januar bei einer Besprechung mit Senatoren Haiti, El Salvador und afrikanische Länder als „Dreckslöcher“ bezeichnet haben. Bei dem Treffen ging es um den Schutzstatus von Einwanderern aus den besagten Ländern. Trump bestritt die ihm zugewiesenen Äußerungen auf Twitter, eine Entschuldigung blieb bislang aus.

 

Bonang Mohale, CEO von Business Leadership South Africa, war der erste Teilnehmer des Forums, der sich in einem offenen Brief für einen Boykott aussprach. Mehrere afrikanische Top-Manager stellen sich hinter Mohale und fordern eine Entschuldigung von Trump.

Nach Quartz-Informationen sollen einige Teilnehmer sich darauf geeinigt haben, ein noch deutlicheres Zeichen zu setzen und die laufende Rede zu verlassen, anstatt den Programmpunkt ganz zu boykottieren. In einer ähnlichen Reaktion verließen im Mai vergangenen Jahres Dutzende Studenten der Notre Dame Universität im US-Bundesstaat Indiana eine Rede von US-Vizepräsident Mike Pence während der Abschlusszeremonie.

Auf der alljährlichen Versammlung von Spitzenpolitikern, Wirtschaftsexperten, Intellektuellen und Journalisten in dem Schweizer Luftkurort will sich Trump am Freitag unter anderem mit Ruandas Präsident Paul Kagame treffen, um über Handelsfragen und die Beziehungen zwischen den USA und Afrika zu sprechen.  

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