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Kommentar zum Umgang mit „Dreamern“ : Donald Trump profiliert sich als sadistischer Zyniker

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Der US-Präsident kippt das Programm zum Schutz junger Einwanderer – eine unmenschliche Entscheidung.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 06:58 Uhr

Donald Trump erweist sich im Umgang mit den „Dreamern“ nicht bloß als herzlos. Der Präsident profiliert sich als sadistischer Zyniker. Derselbe Mann, der im Februar den 800.000 Betroffenen riet, „entspannt zu bleiben“, und vergangenen Freitag seine angebliche Liebe zu den als Kindern ohne Papiere in die USA gebrachten Menschen bekundete, macht deren Leben nun zur Hölle.

Dabei hat Trump nicht einmal den Mut, seine unmenschliche Entscheidung selber zu verkünden. Stattdessen schickt er Justizminister Jeff Sessions vor, der die staatlich verfügte Grausamkeit in legale Hülsen packt. Wer nur für einen Moment glaubte, dieser Präsident meine nicht, was er sagte, sollte für einen Moment innehalten. Trump denkt in Kategorien, die viele Schnittmengen mit dem äußerst rechten Rand aufweisen.

Diese Haltung hatte er nach Charlottesville zu erkennen gegeben und mit dieser Entscheidung noch einmal bekräftigt. Nun liegt es am Kongress, dieser rundherum unamerikanischen Politik etwas entgegen zu setzen. Die Gesetzgeber haben dafür ein halbes Jahr Zeit. Das ist die Stunde der Wahrheit für alle Republikaner, die in der Vergangenheit beteuert haben, wie sehr ihnen die Menschen am Herzen liegen, die als Kinder ohne eigenes Zutun ins Land kamen, und oft keine andere Heimat als die USA kennen.

Hier geht es nicht um eine Detailfrage des Einwanderungsrechts, sondern die DNA Amerikas. Der Kongress darf nicht erlauben, dass Trump das Land bis zur Unkenntlichkeit verändert. Sonst haben am Ende nicht nur die Dreamer ausgeträumt.

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