zur Navigation springen

Vorwahlen in den USA : Donald Trump: Jetzt lacht niemand mehr

vom

Trump ist brandgefährlich und er sollte nicht unterschätzt werden. Es ist ein moralisches Gebot, ihn zu stoppen, findet unser Autor. Was seine Gegner nun tun sollten.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2016 | 15:22 Uhr

Jetzt lacht niemand mehr über den blondierten Rechtspopulisten, der vergangenen Sommer wie Gottes Geschenk an Amerika über die Rolltreppe seines Wolkenkratzers in die Niederungen der US-Politik einschwebte.

Donald Trump hat sich mit dem Erdrutsch-Sieg in Indiana die Nominierung zum Präsidentschafts-Kandidaten der Republikanischen Partei gesichert. Damit hat der unberechenbare Nationalisten eine reale Chance, im November ins Weiße Haus gewählt zu werden.

Allen Bescheidwissern in der Washingtoner Blase sollten die Vorwahlen bei den Republikanern eine Warnung sein, diesen brandgefährlichen Mann nicht ein weiteres Mal zu unterschätzen. Trump verfügt über Instinkte und demagogische Fähigkeiten, die bei Wählergruppen räsonieren, die das Gefühl haben, für sie gehe nichts voran. Es sind die Verlierer der Globalisierung und die, die Angst davor haben, die nächsten zu sein.

Der Milliardär lockt sie mit dem Versprechen, zu den Tagen zurückzukehren, als Amerika einmal der Neid der Welt war. Als Rezept bietet er eine Mixtur aus National-Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit und Protektionismus an. Mit unverkennbaren rassistischen und sexistischen Unterströmungen.

Seine Anhänger lassen sich nur zu gerne von den „Amerika-Zuerst“-Flötentönen verführen, die der Reality-TV-Star von seinem Glitzerpalast in Manhattan über die verödeten Regionen des Rost- und Bibelgürtels ziehen lässt.

Trump steht für eine Zäsur in der Republikanischen Partei, deren Establishment die Anhänger des Rechtspopulisten als nützliche Idioten willkommen hieß. Statt sich klar von dem autoritären, zum Teil faschistoiden Denken abzugrenzen, haben die Führer der Konservativen diesen Ungeist Raum zum Wachstum gegeben.

Nach der sicheren Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten müssen die republikanischen „Never-Trump“-Kräfte nun unter Beweis stellen, dass sie es auch so meinen.

Den Nationalisten zu stoppen, ist mehr als eine politische Entscheidung. Es ist ein moralisches Gebot. Damit der Albtraum einer Trump-Präsidentschaft nicht wahr wird, müssen seine Gegner ihn ernst nehmen. Trump bloß als Politclown zu verspotten, wäre eine sträfliche Fehleinschätzung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen