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FBI-Ermittlungen zu Russland-Affäre : Donald Trump: In Saudi-Arabien gefeiert - Ärger in den USA

vom

Der gefeuerte FBI-Direktor Comey will vor dem Kongress aussagen. Das FBI ermittelt gegen einen hohen Berater im Weißen Haus.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2017 | 16:36 Uhr

Washington | Der größte US-Waffendeal aller Zeiten, eine Verbeugung vor dem saudischen König und eine Rede zum Islam - nichts von dem reicht, die lästigen Fragen zur Russland-Affäre hinter sich zu lassen. Kaum hatte die Air Force One zur ersten Auslandsreise Trumps abgehoben, veröffentlichte die New York Times eine brisante Exklusiv-Geschichte. 

Laut Protokoll des Treffens mit dem russischen Außenminister Sergej Lavrov am 10. Mai, wertete Trump den Rauswurf Comeys am Tag zuvor als große Erleichterung. „Ich habe gerade den Chef des FBI gefeuert. Er war verrückt, ein total Bekloppter“ ("Nut Job") plusterte sich der Präsident auf. „Ich stand wegen Russland erheblich unter Druck. Das lässt nun nach.“

Die „Times“ beruft sich auf drei Quellen innerhalb des Weißen Hauses. Sprecher Sean Spicer ließ die Darstellung unwidersprochen stehen. Comey habe „unnötigen Druck“ ausgeübt, der die Diplomatie mit Moskau erschwert habe. Trump selber hatte in einem Fernsehinterview gesagt, dass „dieses Russland-Ding“ zu seiner Entscheidung beigetragen habe, den FBI-Direktor seiner Aufgaben zu entbinden.    

Comey wird nun in öffentlicher Anhörung vor dem Senat zu dem Stand der Ermittlungen in der Russlandaffäre und den Umständen seiner Entlassung aussagen. „Ich hoffe das trägt dazu bei, die in den Medien berichteten Vorgänge aufzuklären“, meinte der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollausschusses im Senat, der Republikaner Richard Burr. 

Es wird erwartet, dass der FBI-Direktor sich dort auch zu seinen Vier-Augen-Gesprächen mit Trump äußern wird. Ein an die Presse durchgesickertes Memorandum über eine Begegnung im Oval Office hält fest, wie Trump versucht haben soll, Comey zur Einstellung der Ermittlungen gegen seinen früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael T. Flynn zu bewegen. Flynn war nach nur 26 Tagen im Amt wegen verschwiegener Zahlungen aus der Türkei und Russland nicht mehr haltbar gewesen.

Foto: dpa
 

Für Schlagzeilen sorgte nach Abreise Trumps auch die Washington Post. Das Blatt berichtet, im Visier der Ermittler sei nun auch „ein hoher Berater des Weißen Hauses“ geraten, der engen Kontakt zum Präsidenten habe. 

Die Nachricht beflügelte Spekulationen über Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der seine Kontakte zum russischen Botschafter in Washington, Sergej Kislyjak, bei einer Sicherheitsüberprüfung nicht erwähnt hatte.  

In einer weiteren potentiell negativen Entwicklung für Trump, forderte der Kongress dessen früheren Wahlkampfberater Michael Caputo auf, Fragen zu seinen Russland-Kontakten zu beantworten. Maputo arbeitete über Jahre für Gazprom-Media. Caputo bestreitet eine Koordination mit den Russen und will sich den Abgeordneten stellen.

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