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Heimatschutzminister und EPA-Chef nominiert : Donald Trump: Diese Leute hat er bereits in sein Kabinett geholt

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Zwei Neue in Trumps Kabinett: ein harter General soll die Grenze sichern, ein Kohlefreund wird für die Umwelt zuständig.

New York | Donald Trump vervollständigt weiter rasch sein Kabinett. Ex-General John Kelly soll in der Regierung des nächsten US-Präsidenten Heimatschutzminister werden. Neben Sicherheitsberater Michael Flynn und Trumps Kandidat als Verteidigungsminister, James Mattis, wäre Kelly dort bereits der dritte General. Zum Chef der mächtigen US-Umweltschutzbehörde EPA macht Trump Scott Pruitt (48), einen engen Vertrauten der Kohle- und Ölindustrie.

Ministerium für Heimatschutz (Homeland Security)

John Kelly (r.) mit Donald Trump.
John Kelly (r.) mit Donald Trump. Foto: dpa
 

Kelly (66) wird oft als „Falke der Grenzsicherung“ beschrieben. Die Situation an der US-Südgrenze zu Mexiko beschrieb er einmal als „existenzielle Bedrohung“. Kelly war 40 Jahre lang bei den Marines und kämpfte im Irak. Bis vor kurzem führte er das Southern Command der US-Streitkräfte.

Das Ministerium für Heimatschutz gilt wegen eines breiten Aufgabenzuschnitts von der Grenzsicherung bis zur Terrorabwehr als komplizierte Behörde. Es wurde nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ins Leben gerufen. Seine Aufgaben sind am ehesten mit denen der Innenministerien anderer Länder vergleichbar. Kelly wäre der erste Nicht-Zivilist an der Spitze des Ministeriums. Derzeit führt Jeh Johnson das Ministerium.

Kelly ist der ranghöchste Offizier, der in einem Krieg nach 9/11 ein Kind verlor: 2010 kam sein Sohn Michael im Irak ums Leben. Als General bezog Kelly einige Male offen Opposition zu Präsident Barack Obama.

Environmental Protection Agency (EPA, Umweltbehörde)

Scott Pruitt
Scott Pruitt Foto: dpa
 

Die Entscheidung für Pruitt belegt nach Einschätzung der „New York Times“ Trumps Absicht, die Errungenschaften seines Vorgängers Barack Obama in Sachen Klimaschutz abzubauen. Als Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma war Pruitt einer der Architekten des Kampfes gegen Obamas „Clean Power Plan“. Dieses Vorhaben für sauberere Kraftwerke bezeichnete Pruitt als „Krieg gegen die Kohle“.

Im Jahr 2014 führte Pruitt nach Recherchen der „New York Times“ eine Allianz großer Energieversorger gegen klimapolitische Regulierungen Obamas an. Es ist Trump rechtlich nicht möglich, den „Clean Power Plan“ komplett einzureißen. Er kann ihn aber entscheidend aufweichen. Im Wahlkampf hatte Trump mehrfach angekündigt, er werde die EPA abschaffen, vor allem weil sie zu teuer sei.

Die EPA mit Sitz in Washington DC beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter. Zuletzt wurde sie vor allem im Zusammenhang mit dem VW-Dieselskandal einem größeren Publikum bekannt. Die jetzige Chefin ist Gina McCarthy.

Bereits vergebene Posten

Verteigidungsministerium:

James Mattis.
James Mattis Foto: dpa
 

James Mattis (66) ist pensionierter Vier-Sterne-General und ein harter Kritiker der Nahost-Politik von US-Präsident Barack Obama. Er bezeichnete den politischen Islam als größte Herausforderung eines Pentagon-Chefs.

Finanzministerium:

Steven Mnuchin

Steven Mnuchin

Foto: dpa

Steven Mnuchin (53, ehem. Investmentbanker) war der Finanzchef Trumps im Wahlkampf, gilt als Wall-Street-Insider und Fan einer lockeren Hand bei Banken und Fonds.

Handelsministerium:

Der Miliardär Wilbur Ross.
Der Miliardär Wilbur Ross. Foto: dpa
 

Das Wirtschaftsressort führt künftig der schwerreiche Wilbur Ross (78, Investor). Er ist wie Mnuchin ein Wall-Street-Insider.

Verkehrsministerium:

Elaine Chao mit ihrem Mann Mitch McConnell.
Elaine Chao mit ihrem Mann Mitch McConnell. Foto: dpa
 

Elaine Chao (63) war unter George W. Bush Arbeitsministerin. Sie ist die Ehefrau von Mitch McConnell, dem republikanischer Mehrheitsführer im Kongress. Sie wurde in Taipeh geboren.

Gesundheitsministerium:

Tom Price
Tom Price Foto: dpa
 

Tom Price (62) ist republikanischer Abgeordneter und scharfer Kritiker des Affordable Care Act, besser bekannt als „Obamacare“.

Wohnungsbau und Stadtentwicklung:

Der Neurochirurg im Ruhestand gibt auf: Ben Carson.
Der Neurochirurg im Ruhestand gibt auf: Ben Carson hatte im Wahlkampf die Segel gestrichen. Foto: dpa
 

Ben Carson (65, ehem. Neurochirurg) soll sich künftig um Wohnungsbau und Stadtentwicklung kümmern.

Erziehung:

Betsy DeVos (58) ist frühere Vorsitzende der Republikaner in Michigan und Bildungsaktivistin.

UN-Botschafterin:

Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, soll unter Trump UN-Botschafterin werden und damit einen Platz im Kabinett bekommen.
Nikki Haley, Gouverneurin von South Carolina, soll unter Trump UN-Botschafterin werden und damit einen Platz im Kabinett bekommen. Foto: dpa

Nikki Haley (44) ist eine vergleichsweise moderate Gouverneurin aus South Carolina. Sie ist die Tochter indischer Einwanderer.

CIA-Direktor:

 

Mike Pompeo (52), Abgeordneter aus Kansas, ist Mitglied des Geheimdienstausschusses und stramm konservativ.

Chefankläger und Justizminister:

 

Jeff Sessions (69) ist Alabamas Senator und ein ultrakonservativer Einwanderungsgegner.

Nationaler Sicherheitsberater:

 

Michael Flynn (geb. 1958) ist ein ehemaliger General. Im Wahlkampf fiel er durch islamfeindliche Äußerungen, irritierende Einschätzungen zur Sicherheitspolitik und Anti-Clinton-Sprechchöre auf.

Stabschef im Weißen Haus:

Reince Priebus
Reince Priebus Foto: dpa
 

Reince Priebus (44) ist aktuell Chef der Republikaner und Trump-Loyalist. Er wirkt künftig an der Schaltstelle.

Chefstratege im Weißen Haus:

Steve Bannon wird dem rechten Rand der Republikaner zugeordnet.

Steve Bannon wird dem rechten Rand der Republikaner zugeordnet.

Foto: dpa
 

Stephen Bannon (63), Ex-Chef der Webseite Breitbart News, ist stramm konservativ und hat mit Rassismus-Vorwürfen zu tun.

Small Business Administration:

Linda McMahon
Linda McMahon Foto: dpa
 

Dieser Behörde zur Unterstützung des Mittelstands soll Linda McMahon (68) vorstehen, Ex-CEO von World Wrestling Entertainment: Sie baute die Firma zu einem internationalen Unternehmen aus. Verlor zweimal ein Rennen um einen Senatssitz.

Noch offene Posten

Außenministerium:

Wer Favorit für den Posten des Chefdiplomaten ist, ist nach wie vor offen. Die Lager in Trumps Team geben sich uneins. Die Besetzung soll nächste Woche bekanntgegeben werden. Gehandelt werden vor allem: Mitt Romney (69, Ex-Gouverneur von Massachusetts), Rudy Giuliani (72, Ex-Bürgermeister von New York), David Petraeus (64, Ex-CIA-Direktor), John Bolton (68, Ex-UN-Botschafter) und Bob Corker (64, Senator von Tennessee).

Geheimdienstdirektor:

Rudy Giuliani (72, Ex-Bürgermeister von New York) wird für den Posten am häufigsten genannt. Es könnte ein guter Ausweichposten für ihn sein, wenn es mit dem Außenministerium nichts wird. Vielleicht kommt aber auch Ex-CIA-Chef David Petraeus in Frage.

Energieminister:

Genannt werden: James Connaughton (55, ehem. Umweltberater unter George W. Bush), Robert Grady (57, Investor) und Harold Hamm (70, Vorsitzender einer Erdölförderungsgesellschaft)

Innenministerium:

Im Gespräch sind: Jan Brewer (72, Ex-Gouverneurin von Arizona), Robert Grady (57, Investor), Harold Hamm (70, Vorsitzender einer Erdölförderungsgesellschaft), Forrest Lucas (74, Unternehmer) und Sarah Palin (52, Ex-Gouverneurin von Alaska)

Agrarministerium:

Trump traf Heidi Heitkamp, demokratische Senatorin aus North Dakota. Favoriten sind aber Republikaner wie Sid Miller (Texas) oder Sam Brownback (Kansas).

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erstellt am 08.Dez.2016 | 08:34 Uhr

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