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Nachfolger von James Comey : Donald Trump: Christopher Wray soll neuer FBI-Chef werden

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Damit wäre Wray Nachfolger von James Comey. Die Wahl muss vom Senat mit einfacher Mehrheit bestätigt werden.

Washington | US-Präsident Donald Trump will Christopher Wray zum neuen FBI-Chef machen. Das verkündete er am Mittwoch via Twitter:

Wray (50) folgt auf James Comey, den Trump am 9. Mai fristlos entlassen hat. Wray arbeitet derzeit als Anwalt in Washington DC. Er war unter George W. Bush einige Jahre für das Justizministerium tätig.

Wray stand für den FBI-Posten auf der Auswahlliste des Weißen Hauses. Ein Gespräch Trumps mit Wray war für Dienstag angekündigt gewesen. Trump twitterte, Wrays Zeugnisse seien makellos. Details würden bald folgen, schrieb er. Trump machte seine Mitteilung am Mittwoch nur zwei Stunden vor einer mit Spannung erwarteten Anhörung führender Geheimdienstler vor dem Senat. Er zog damit sehr viel Aufmerksamkeit auf die Ernennung.

Am Donnerstag wird Comey selbst vor einem Senatskomitee aussagen. Dieser Termin gilt als einer der bisher wichtigsten in Trumps Präsidentschaft. Sollte Comey aussagen, Trump habe versucht, FBI-Ermittlungen in der Russland-Affäre zugunsten seiner Regierung zu beeinflussen, würde das den US-Präsidenten politisch schwer belasten.

Wray gilt als Experte für Wirtschaftskriminalität und ausgezeichneter Anwalt. Er ist Absolvent der Eliteuniversität Yale. Von 2003 bis 2005 leitete er im US-Justizministerium als assistierender Generalbundesanwalt die Strafabteilung und war damals auch mit dem Skandal um den Energierisen Enron befasst. Wray wurde seinerzeit einstimmig vom Senat bestätigt.

Wray war Rechtsbeistand des Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie, im so genannten Bridgegate-Skandal um einen künstlich erzeugten Stau. Christie wurde von den Vorwürfen freigesprochen. US-Medien kommentierten Wrays voraussichtliche Nominierung als vergleichsweise sichere Bank, sowohl bei seiner Bestätigung im Senat als auch für das FBI selbst. Die krisengeschüttelte Bundespolizei werde Wrays Nominierung mit Erleichterung aufnehmen, schrieb die „New York Times“. Wray wird als geradlinig, effizient und sehr direkt beschrieben.

Dass Wray als Anwalt lange Jahre in sehr vielen Branchen tätig war, wurde in einigen Reaktionen auf die bevorstehende Nominierung kritisch vermerkt, könne dies doch problematisch für die Leitung unabhängiger etwaige FBI-Ermittlungen werden.

Die Bekanntgabe der hohen Position eines FBI-Chefs via Twitter ist unüblich. Frühere FBI-Direktoren wurden vom Präsidenten in einer Zeremonie im Weißen Haus bekanntgegeben. Der Chef der Bundespolizei wird vom Präsidenten ernannt und muss vom Senat mit einer einfachen Mehrheit bestätigt werden.

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erstellt am 07.Jun.2017 | 15:47 Uhr

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