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Nach Fund im südchinesischem Meer : Donald Trump: China kann US-Drohne behalten

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Der designierte US-Präsident schaltet sich in den diplomatischen Streit ein und stiftet Verwirrung.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2016 | 13:01 Uhr

Peking/New York | Donald Trump will, dass China eine in internationalen Gewässern im Südchinesischen Meer beschlagnahmte US-Forschungsdrohne behält. China will das Flugobjekt hingegen doch zurückgeben, nachdem es die Drohne erst behalten wollte. Der desginierte US-Präsident verlangte via Twitter, China mitzuteilen, dass man die „gestohlene“ Drohne nicht zurückzunehmen werde. „Wir sollten China sagen, dass wir die Drohne, die sie stahlen, nicht wiederhaben wollen“, schrieb Trump.

 

Trump hatte zuvor von einem „beispiellosen“ Vorgang gesprochen. Für Spott im Netz sorgte Trump mit einem Verschreiber: Statt „unprecedented“ (beispiellos), schrieb der designierte Staatschef „unpresidented“, ein nicht existierendes Wort, das freilich „President“ als Bestandteil enthält. Trump löschte den Tweet und ersetzte ihn durch eine korrigierte Version.

Wegen Donald Trump ist das Verhältnis zwischen China und den USA bereits angespannt. Der designierte US-Präsident hatte Peking mit einem direkten Telefonat mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen verärgert und danach die Ein-China-Politik der USA infrage gestellt.

Zwischen China und den USA war am Wochenende eine entsprechende Übereinkunft zur Rücknahme der Drohne in direkten Gesprächen erzielt worden, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Samstag.

Das Verteidigungsministerium in Peking kündigte laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua eine Rückgabe „auf angemessene Weise“ an, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Zugleich warf es Washington in einer schriftlichen Erklärung eine „unangebrachte“ Dramatisierung des Vorfalles vor.

Erneut wurde auch Amerikas „langjährige“ Praxis „militärischer Erkundungen aus nächster Nähe“ in von China beanspruchten Gewässern angeprangert. China fordere ein Ende dieser Aktivitäten, es werde weiter „wachsam“ sein und „nötige Maßnahmen als Antwort ergreifen“. 

Nach Angaben des Pentagons hatte das US-Militär das unbemannte Unterwasserfahrzeug im Zuge von „Routine-Operationen“ im Südchinesischen Meer nahe den Philippinen zum Sammeln ozeanographischer Daten eingesetzt. Es wollte die Drohne gerade bergen, als die Besatzung eines chinesischen Marineschiffes eingriff.

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