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Sportler aus Russland : Doch kein Geständnis? Russische Doping-Agentur widerspricht New York Times

vom

Russland hat erstmals von offizieller Seite ein systematisches Doping gestanden. Oder nun doch nicht?

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 12:37 Uhr

Moskau | Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada hat ein angebliches Eingeständnis ihrer Leiterin zu organisiertem Doping dementiert. Die Aussagen von Anna Anzeliowitsch in der „New York Times“ seien verfälscht und aus dem Zusammenhang gerissen worden, teilte die Rusada am Mittwoch in Moskau der Agentur Tass zufolge mit. Die Zeitung hatte Anzeliowitsch mit den Worten zitiert, es habe eine „institutionelle Verschwörung“ beim Doping gegeben.

Seit der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard McLaren, Russland in seinen beiden 2016 vorgelegten Berichten Staatsdoping vorgeworfen hat, ist das Ansehen russischer Sportler massiv gesunken. Russland hatte die Vorwürfe bislang stets zurückgewiesen. Der Artikel der New York Times galt dann als Eingeständnis.

Die Worte würden genau die Formulierung des Doping-Sonderermittlers Richard McLaren bei seinen Vorwürfen gegen Russland aufgreifen. Auch der Kreml bezweifelte die Glaubwürdigkeit des Berichts. Erst müsse man prüfen, ob die Aussage so gefallen sei, wie sie Anzeliowitsch zugeschrieben werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Der Kreml könne die US-Zeitung nicht als Erstquelle akzeptieren.

<p>Die Leiterin der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada), Anna Anzeliowitsch.</p>

Die Leiterin der russischen Anti-Doping-Agentur (Rusada), Anna Anzeliowitsch.

Foto: dpa
 

Der Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard McLaren, hatte Russland in seinen beiden Reports Staatsdoping vorgeworfen und von einer „institutionellen Verschwörung“ über mehrere Jahre und sportliche Großereignisse hinweg gesprochen. Es seien Beweise für die Vertuschung von Doping-Fällen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gefunden worden.

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