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Medien : DJV wirft Seehofer Missachtung der Pressefreiheit vor

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CSU-Chef Horst Seehofer steht nach seinem Wutausbruch über ein WDR-Kamerateam in der Kritik - wegen angeblicher Missachtung der Pressefreiheit. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den bayerischen Ministerpräsidenten am Dienstag scharf.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 16:11 Uhr

Politiker müssten sich im Dienste der Demokratie auch unbequemen Fragen stellen, erklärte Michael Konken, der Chef der Journalistengewerkschaft. SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher forderte eine Entschuldigung Seehofers für seine «wiederholten Fußtritte gegen die Pressefreiheit».

Das WDR-Team hatte am Freitag am Rande einer CSU-Wahlveranstaltung in Würzburg ein Interview mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm über die vayerische Verwandtenaffäre führen wollen, die das aber ablehnte. Stamm fühlte sich von dem Kamerateam bedrängt - was der Reporter Stephan Stuchlik jedoch verneint. Als Seehofer von Parteifreunden informiert wurde, sagte er anschließend vor Journalisten der «Main Post», das gehe so nicht - «die müssen raus aus Bayern».

Seehofer will nun beim WDR-Intendanten Tom Buhrow vorstellig werden. «Der DJV sollte nicht die Tatsachen verdrehen», erklärte ein Parteisprecher. «Es geht nicht um die Recherchen von Monitor in Bayern, sondern um das unangemessene Auftreten des Teams.» Eine Reihe von Personen habe das miterlebt. «Der CSU-Vorsitzende wird zur Klärung dieses Vorfalls den Intendanten des WDR einschalten.» Seehofer selbst betonte im Bayerischen Rundfunk, es gehe nicht um Pressefreiheit: «Da bin ich wahrscheinlich der Großzügigste und Toleranteste in der aktuellen Politik.»

DJV und SPD sind anderer Meinung. «Mit diesen Äußerungen fällt Horst Seehofer erneut als jemand auf, der die Pressefreiheit missachtet», sagte Konken. «Auch die CSU in Bayern muss sich kritischen Fragen stellen und kann nicht einfach Journalisten rauswerfen, die ihr nicht passen», sagte SPD-Fraktionschef Rinderspacher.

Landtagspräsidentin Stamm hat sich inzwischen in einem Brief bei WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn über das Kamerateam beschwert. Der WDR-Redakteur habe ein sofortiges Interview an Ort und Stelle gefordert, schrieb Stamm in einem Brief, der der dpa vorliegt. Selbst als sie sich abwandte, habe der Redakteur weiter gedrängt, sie hätte hier und jetzt Rede und Antwort zu stehen. «Mich hat dieses Verhalten massiv irritiert. Einen professionellen, respektvollen Umgang zwischen Politikern und Journalisten halte ich für unverzichtbar», schrieb Stamm dem Chefredakteur.

Im Kurznachrichtendienst Twitter war Seehofers Bemerkung ein häufig kommentiertes Thema - unter anderem mit Stichwort #rausausbayern. Nicht alle Teilnehmer waren gleichermaßen empört. «Wieso eigentlich #rausausbayern? Die Szene spielte sich doch in Franken ab», witzelte ein Twitterer über den Vorfall in Würzburg.

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