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Militärgerät für Kurden : Diese Waffen schickt Deutschland in den Irak

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Für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekommen die Kurden im Nordirak Waffen aus Deutschland. Das Arsenal der Bundeswehr an Sturmgewehren und Panzerabwehrwaffen ist enorm.

Gewehr G3

Foto: dpa

Das 1950 entwickelte Sturmgewehr G3 vom Oberndorfer Hersteller Heckler & Koch kann Ziele in bis zu 300 Metern Entfernung treffen, mit Zielfernrohr reicht es bis zu 600 Meter weit. Die Feuergeschwindigkeit liegt bei 600 Schuss pro Minute. Der automatische Rückstoßlader wird von allen Truppenteilen des Heeres genutzt. Die gebaute Gesamtstückzahl der 1959 als Standardgewehr bei der Bundeswehr eingeführten Waffe liegt bei rund 7 Millionen Stück. Wegen seines größeren Kalibers von 7,62 Millimetern verwendet die Bundeswehr ihr ehemaliges Standardgewehr auch weiterhin.

Gewehr G36

Foto: dpa

Abgelöst als Ordonnanzwaffe bei der Bundeswehr wurde die G3 vom Sturmgewehr G36. Die mit 3-fach-Optik und Reflexvisier ausgestattete und aus neun Baugruppen bestehende Waffe soll im Irak nach Angaben der Bundeswehr „überraschend auftauchende Ziele reaktionsschnell“ bekämpfen. Es zeichne sich durch seine einfache Bauweise aus, heißt es. Geladen mit dem Kaliber 5,56 × 45 Millimeter NATO kann das Gewehr theoretisch bis zu 750 Schuss pro Minute abfeuern. Insgesamt 16.000 Sturmgewehre der Typen G3 und G36 sollen an die kurdischen Peschmerga im Norden des Irak geliefert werden.

Maschinengewehr MG3

Foto: dpa

Das MG3 ist eine Weiterentwicklung des MG42 aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Bundeswehr nutzt es sowohl bemannt als auch an Bord von Kampfpanzern oder Hubschraubern. Das Maschinengewehr MG3 gilt als „schwere Waffe“. Mit dem durchschlagskräftigen Kaliber 7,62 Millimeter und einer hohen Kadenz von bis zu 1200 Schuss pro Minute verfügt das MG3 über eine hohe Feuerkraft. Es wird unter anderem zur Abwehr gegnerischer Flugzeuge eingesetzt.

Pistole Walther P1

Foto: dpa
 

8000 Pistolen werden in den Nordirak geliefert: Es handelt sich dabei weitestgehend um Auslaufmodelle. Die halbautomatische Pistole P1 dient „zur Selbstverteidigung im Nahkampf“ und wird vor allem von Sanitäts- und Führungspersonal genutzt. Nach der Einstellung der Produktion 2004 wurde die ehemalige Standard-Dienstpistole in vielen Bereichen vom Modell P8 abgelöst.

Panzerabwehrrakete Milan

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In den 1970er-Jahren wurde sie von Deutschland und Frankreich gemeinsam entwickelt: Die tragbare Panzerabwehrwaffe Milan kann gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis zu fast zwei Kilometern zerstören. Der mit einem Gefechtskopf bestückte Flugkörper durchschlägt bis zu 70 Zentimeter dicken Panzerstahl. 30 Systeme mit insgesamt 500 Raketen sollen geliefert werden. Mit einer Abgabe älterer Milan-Systeme an die Kurden hat die Bundeswehr zudem möglicherweise ein Beseitigungsproblem für überflüssige Bestände aus dem Kalten Krieg gelöst.

Die Britische Armee feuert eine „Milan“ ab.
Die Britische Armee feuert eine „Milan“ ab. Foto: dpa

Panzerfaust 3

Foto: dpa

Die Panzerfaust 3 kann zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie von Bunkern und Zielen in und hinter Deckungen eingesetzt werden. SIe wiegt rund 13 Kilogramm und kann eine gewaltige Zerstörungskraft entwickeln. 200 Stück will die Bundeswehr in die kurdische Hauptstadt Erbil liefern. Ihre kompakte Bauweise hat einen Nachteil: Sie hat nur eine Reichweite von 400 Metern.

Panzerwagen Dingo 1

Foto: dpa

Auch Fahrzeuge sollen die Kurden erhalten: 60 Wolf-Geländewagen und 40 Unimogs gehen in den Irak. Bei Bedarf werden später fünf ältere gepanzerte Patrouillenfahrzeuge des Typs Dingo 1 nachgeliefert (Bild). Zusätzlich stellt die Bundesregierung nochmals 50 Millionen Euro an humanitärer Hilfe bereit.

Mit dpa

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erstellt am 01.Sep.2014 | 18:12 Uhr

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