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Die zweite Seite der Medaille

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stimmungslage in Norddeutschland

Deutschland zeigt sich zuversichtlich und der Norden mischt im Ranking munter vorne mit. 40 Prozent der Norddeutschen blicken optimistisch in die Zukunft. 13 Prozent mehr als noch im Spätsommer 2012. Hinter den ökonomisch starken Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern nimmt der Norden den dritten Rang ein. Vor allem die Wirtschaftslage macht den Befragten gute Laune. Der Optimismus ist berechtigt, Grund in Jubel auszubrechen, gibt die „Allianz Zuversichtsstudie“ für Schleswig-Holstein allerdings nicht. In der Statistik zählen zu der Region Norddeutschland neben dem nördlichsten Bundesland auch Hamburg und Bremen. Dass gerade die Aussicht auf die allgemeine Wirtschaftslage weit positiver bewertet wird als vor einem Jahr, führen die Autoren der Studie auf die Inbetriebnahme des größten deutschen Offshore-Windparks in der Nordsee vor Borkum sowie den deutlich erhöhten Umschlag im Hamburger Hafen zurück. Das greift gewiss zu kurz, denn entscheidender ist ein weiterer Punkt: Zwischen der ökonomischen und der persönlichen Entwicklung klafft ein Gegensatz. Zwar denken noch 58 Prozent der Menschen, dass das kommende Jahr positiv für sie verlaufen wird. Allerdings sind dies beachtliche acht Prozent weniger als im Vorjahr. Im regionalen Vergleich liegen nur noch die neuen Bundesländer hinter dem Norden. Auf den ersten Blick verwundert die Diskrepanz der Stimmungslagen. Auf dem zweiten Blick gibt es eine logische Erklärung. Denn gefragt wurde nach der nationalen Wirtschaftslage. Und da steht Deutschland aus nordischem Blickwinkel gut da. Sorge bereitet jedoch das persönliche Leben – oder anders formuliert: Der Glaube an Deutschland wächst, der Glaube an die Chancen der Heimat sinkt. Vor allem die persönliche finanzielle Lage und die Versorgung bei Krankheit und Pflege sowie im Alter werden skeptisch beurteilt. Hier gilt es anzupacken, denn Optimismus kann das Land gut gebrauchen.

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