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Politik

24. Oktober 2017 | 13:22 Uhr

Die undankbare Nummer 4

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 12:06 Uhr

Abergläubisch? Aber nein, wir leben schließlich nicht mehr im Mittelalter. Wehe jedoch, an der Rezeption wird der Schlüssel für Zimmer Nr. 13 ausgegeben. Prompt heißt es, ob nicht in einem anderen Stockwerk etwas frei sei. Manche Hotels haben daher die Nr. 13 ganz abgeschafft. Überall dort, wo Preise vergeben werden, steht die Nummer 4 in ganz schlechtem Ruf. In der Berichterstattung aus Sotschi heißt es so gut wie jeden Tag, dass die Läuferin X oder der Springer Y nur den „undankbaren vierten Platz“ erreicht habe. Nun kann wohl ein Mensch undankbar sein, aber gewiss kein Platz. Doch man weiß, was gemeint ist. Haarscharf an der Bronzemedaille vorbei ist auch daneben, aber besonders ärgerlich. Fünf, sechs, sieben und so weiter ist dagegen wieder in Ordnung. Und wer Letzter ist, dazu noch Geige spielen kann wie die niedliche Thailänderin Vanessa Mae, wird schon wieder so gefeiert, als habe er/sie den Sprung aufs Treppchen geschafft. Um Tränen zu vermeiden, müsste etwas gegen den 4. Platz unternommen werden. Zwei Vorschläge zur Güte: Man könnte ihn – wie bei der 13 – zumindest bei ganz wichtigen Sportereignissen abschaffen. Nach drei kommt dann eben fünf und gut ist. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, eine zusätzliche Medaille einzuführen. Es muss ja nicht gerade Blech sein, die Skala der Metalle ist schließlich lang. Kupfer zum Beispiel bietet sich doch an, oder auch noch Zinn. Es besteht allerdings die Gefahr, dass sich ein neuer „undankbarer Platz“ zu Wort meldet, nämlich die Fünf. Und dann geht das Elend aufs Neue los.

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