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Donald Trump : Die „the winner takes all“-Staaten: Vorwahl in Florida und Ohio

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Am Dienstag steht der bisher vielleicht wichtigste Wahltag an - mit Alles-Oder-Nichts-Entscheidungen in Florida und Ohio für Donald Trump. Was kann passieren? Drei Szenarien.

Washington | Donald Trump dominiert die Vorwahlen der US-Republikaner. Doch viele in seiner Partei können sich einen Präsidentschaftskandidaten Trump noch immer nicht vorstellen. Diesen Dienstag finden Wahlen in den sogenannten „the winner takes all“-Staaten, Florida und Ohio, statt.

Bisher wurden die Delegierten prozentual nach Stimmenanteil auf die Kandidaten der Republikaner aufgeteilt. Ab diesem Dienstag erhält der Kandidat mit den meisten Stimmen alle Delegierten - the winner takes ist all. In Florida sind 99 Delegierte zu vergeben in Ohio 66. Das bedeutet, dass das Ergebnis dieser Vorwahlen für Trump sehr wichtig ist. Seine Chancen endgültiger Kandidat seiner Partei zu werden, können sehr realistisch - oder sehr gering werden.

Was kann passieren? Drei Szenarien:

SZENARIO 1: Trump gewinnt Florida und Ohio

Trump hat derzeit 463 Delegierte auf seinem Konto, gut 100 mehr als sein ärgster Verfolger, Texas' Senator Ted Cruz. Das ist zwar eine Mehrheit, aber deutlich weniger als die Hälfte der nötigen Gesamtzahl von 1237, auf die Trump kommen muss. Gewinnt Trump Florida und Ohio, bekommt er auf einen Schlag 165 Delegierte dazu, liegt also nach dem Dienstag wohl bei über 700. Das ist aber immer noch nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was er für eine klare Mehrheit auf dem Parteitag im Juli in Cleveland braucht.

Trump müsste in der noch ausstehenden knappen Hälfte der Vorwahlen rund 50 Prozent der Delegierten holen. Bisher hat er im Schnitt nur 44 Prozent bekommen. Das ist also herausfordernd für Trump, aber machbar. Praktisch bedeutet es aber auch, dass es kaum vor dem großen Finale Anfang Juni eine Mehrheit für Trump geben wird. Dann sind noch einmal über 300 Delegierte zu vergeben, unter anderem im größten Bundesstaat Kalifornien. Trump braucht einen langen Atem.

SZENARIO 2: Trump gewinnt Florida, verliert aber Ohio gegen Kasich

Ohios Gouverneur John Kasich liegt in seinem Heimatstaat mit Trump gleichauf oder sogar vorn, laut Umfragen hat er eine Siegchance. Sollte er diese nutzen, würde er Trump 66 Delegierte wegschnappen.

Dann müsste Trump in den ausstehenden Wahlen fast 60 Prozent der Delegierten gewinnen, wenn er Kandidat werden will - eine auch für den sehr von sich überzeugten Unternehmer schwer zu nehmende Hürde.

 

SZENARIO 3: Trump verliert Florida und Ohio

In diesem Fall läge die Hürde noch höher. Trump müsste fast 70 Prozent der restlichen Delegierten gewinnen: praktisch unmöglich.

Wenn Trump - nach welchem Szenario auch immer - die Grenze von 1237 Delegierten nicht erreicht, könnte es zu einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag kommen. Möglich wäre, dass er im ersten Wahlgang scheitert. Im zweiten Wahlgang sind die Delegierten nicht mehr an das Wahlergebnis aus ihrem Bundesstaat gebunden. Es könnte dann zu einer Einigung auf einen anderen Kandidaten kommen.

Seitens der Partei ist eine solche Strategie ein Spiel mit dem Feuer. Die Republikaner würden gegen die Mehrheit ihrer Wähler vorgehen, Trump könnte eine Kandidatur als Unabhängiger ins Auge fassen. Es wäre der Todesstoß für den Republikaner-Kandidaten im Kampf gegen die Demokraten und wohl auch für Trump selbst. Aber: Langfristig wäre das für viele Parteifunktionäre dennoch das kleinere Übel im Vergleich zu einer Kandidatur des schrillen Seiteneinsteigers und der Spaltung ihrer „Grand Old Party“.

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erstellt am 14.Mär.2016 | 17:26 Uhr

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