zur Navigation springen
Politik

22. Oktober 2017 | 14:42 Uhr

Die „Koi-Affäre“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 13:09 Uhr

Die an sich unschuldigen Begriffe „Führer“ und „Heil“ sind durch die jüngere deutsche Geschichte in Verruf geraten. Am Angler-Gruß „Petri Heil“ stört sich allerdings niemand. Schließlich ist der Jünger Petrus bereits seit zwei Jahrtausenden Schutzpatron der Fischer. Mit seiner Tätigkeit als Bischof von Rom hat Petrus im Katholizismus allerlei Fisch-Symbolik eingeführt. Daraus erklärt sich das Aufsehen, das die Nachricht ausgelöst hat, der abgesetzte Bischof von Limburg habe nicht nur zu viel Geld vergeudet, sondern auch seine Haustiere schlecht behandelt. Beim Umzug soll Tebartz-van Eltz mehrere Kois in der Badewanne zurückgelassen haben. Die Empörung war groß. Nicht so sehr, weil der Bischof statt preisgünstiger Goldfische teure japanische Karpfen hielt, sondern weil er zumindest indirekt Petrus, dem Patron der Fischer, geschadet habe. Wegen der Brisanz erfolgte die Aufklärung der vermuteten neuen Affäre deutlich schneller als die Klärung der übrigen Verschwendung. Dabei stellte sich heraus, dass die Kois besser behandelt wurden als manch anderes Mitglied des bischöflichen Hofs. Somit ist das Ansehen des Petrus „heil“ geblieben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert