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Abstimmung im Bundestag : Die Ehe für alle kommt – und so reagiert das Netz

vom
Aus der Onlineredaktion

Twitter und Facebook sprudeln über vor positiven Emotionen. Viele Nutzer feiern das Abstimmungs-Ergebnis.

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 12:11 Uhr

Berlin | Schwule und Lesben feiern es als historischen Tag: Der Bundestag hat am Freitag die Ehe für alle mit 393 Ja- und 226 Nein-Stimmen (4 Enthaltungen) beschlossen. Die meisten Gegner des Gesetzesentwurfs waren erwartungsgemäß bei der CDU/CSU zu finden. 179 CDU-Abgeordnete und damit 70,75 Prozent der Fraktion stimmten dagegen (dafür: 26,88 Prozent/68 Stimmen). Bei der CSU lag der Anteil sogar bei 82,14 Prozent mit 46 Gegenstimmen (Dafür 12,50 Prozent/7 Stimmen).

Gab es im Bundestag doch ein relativ großes Feld der Gegner der Ehe für alle, fallen die Kommentare in den sozialen Netzwerken deutlich positiv aus. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die rote Karte – also eine Nein-Stimme – in die Wahlurne warf, positionierte sich der SPD-Kandidat für die anstehende Bundestagswahl, Martin Schulz, als Fürsprecher:

Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte das Ergebnis wie viele andere auch vorhergesehen und eine Animation als Botschaft an Kanzlerin Merkel vorbereitet.

Während einige Unions-Abgeordnete eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen wollen, sieht Maas keine verfassungsrechtlichen Probleme. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Wir sehen einen Wandel des traditionellen Eheverständnisses, der angesichts der Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers die Einführung der Ehe für alle verfassungsrechtlich zulässt.“

Große Freude auch bei der FDP, die zwar nicht abstimmen durfte, aber auf den Wiedereinzug in den Bundestag bei der kommenden Bundestagswahl hofft:

Viele Menschen zeigten sich erleichtert über die Gleichstellung von Schwulen und Lesben.

 

Gefeiert wurde im Netz vor allem Grünen-Politiker Volker Beck. Auch in der Debatte im Bundestag würdigten Redner den Einsatz des schwulen Menschenrechtspolitikers für die Gleichstellung homosexueller Menschen. Beck hielt zudem seine letzte Rede nach 23 Jahren im Bundestag. Er engagierte sich seit den 80er Jahren in der lesbisch-schwulen Bürgerrechtsbewegung in verschiedenen Funktionen. Dem überraschenden Bundestagsbeschluss maß er am Freitag auch eine beruhigende Funktion für Homosexuelle bei: „Er erspart uns einen Wahlkampf auf dem Rücken von Lesben und Schwulen.“ Nicht erreicht seien dagegen bislang die nötige Besserstellung von Transsexuellen sowie zahlreiche bohrende Menschenrechtsprobleme.

 

Volker Beck selbst schrieb kurz nach der Abstimmung:

Im Fokus stand auch Eventmanager Ulli Köppe, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es überhaupt zu einer Abstimmung über die Ehe für alle im Bundestag gekommen ist. Bei einer Talkrunde der Zeitschrift „Brigitte“ in Berlin stellte er Angela Merkel die Frage: „Wie stehe sie zur Ehe für alle?“ Mit seiner Frage löste Ulli Köppe ein politisches Erdbeben aus. Dabei wollte er die Kanzlerin nur einmal aus der Nähe erleben. Merkels zentrale Aussage, mit der sie vom klaren Nein der CDU gegen die Homo-Ehe abrückte, ging „im fünfminütigem Gestammel“ unter, sagte der 28-Jährige in Berlin vor der Abstimmung im Bundestag an diesem Freitag. „Ich habe das in dem Moment nicht so wahrgenommen“, sagte der Eventmanager bei einem schwulen Medienhaus in Berlin. Erst nach der Veranstaltung habe er die Konsequenzen allmählich erahnt.

Viele andere zeigten sich im Netz erleichtert über die Entscheidung. Darunter auch die Preisträgerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Carolin Emcke:

 

 

Auch schleswig-holsteinische Bundes- und Landespolitiker meldeten sich zu Wort. Dazu der queerpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Rasmus Andresen:

Die „Jamaika“-Koalition hatte sich bereits im Vorfeld zur Ehe für alle bekannt. SPD-Landeschef Ralf Stegner nannte die Entscheidung einen Durchbruch:

 

... und der Bundestags-Abgeordnete der SPD, Sönke Rix, stellte sein Abstimmungsverhalten auf Twitter offen zur Schau.

mit dpa.

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