Die Arbeit fängt erst an

dsc_0032

Avatar_shz von
22. Juli 2014, 13:54 Uhr

Wie lange wird es dauern? Wie geht es aus? Die Spannung war groß vor der Prokon-Gläubigerversammlung in Hamburg. Am Ende dauerte es gut sieben Stunden, bis der Weg in die Zukunft für das insolvente Windkraftunternehmen aus Itzehoe geebnet war.

Zuvor war mit einigen Stunden mehr gerechnet worden. Nun ging es deutlich schneller, und das mag auch daran liegen, dass 15 000 Stimmen, die Ex-Chef Carsten Rodbertus eingesammelt hatte, ausgeschlossen wurden. Der Aufschrei war groß – und in der Tat ist es mindestens überraschend, dass eine solche Entscheidung nach wochenlangem Ringen erst kurz vor der Sitzung verkündet wird. Das sollte vom Gericht noch erklärt werden. Zum Glück war der Beschluss offenbar nicht entscheidend für den Ausgang: Teilnehmer berichten, dass eine Abgesandte der Anlegergruppe Freunde von Prokon allein mehr als 50 Prozent der Stimmen vertrat.

Das Ergebnis ist allemal gut für Prokon, die Anleger und 300 Arbeitsplätze am Firmenstandort Itzehoe. Nicht nur waren Rodbertus’ Vorstellungen für die Zukunft des Unternehmens mehr als unklar, sehr schwer vorstellbar war nach den vergangenen Monaten auch, dass er dort wieder mitmischen könnte.

Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat nun das Mandat, aus einem in zu viele Bereiche zerfaserten Unternehmen eine Firma zu machen, die sich auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Aber zum Jubeln besteht kein Anlass nach dem ersten erfolgreichen Schritt: Prokon ist immer noch ein Unternehmen in der Insolvenz. Die Arbeit fängt erst an.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert