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Christian Lindners Youtube-Hit : Die acht schönsten Wutausbrüche der Politik

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Wutrede des FDP-Parteivorsitzenden Christian Lindner ist ein Klickhit auf Youtube. Doch es gab in der Vergangenheit zahlreiche Wutausbrüche von Politikern. shz.de hat die Besten zusammengestellt.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:33 Uhr

8. Anton Hofreiter

Der Grüne Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter unterbrach im vergangenen Mai die Rede des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko. Dieser warf Hofreiter vor, die Grünen würden die Rolle der Faschisten beim Machtwechsel in der Ukraine beschönigen. Hofreiters Zwischenruf: „Das hat hier überhaupt niemand gesagt. Sie haben doch überhaupt keinen Anstand.“

7. Kurt Beck

Im März 2012 brachte Christoph Lauer von der Piratenpartei den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz auf die Palme. Bei Maybrit Illner warf der Pirat Kurt Beck mit einer latenten Arroganz vor, dass die Wähler ihn vielleicht ein paar Mal zu oft gewählt haben.

6. Wolfgang Schäuble

Da war auch Wolfgang Schäuble, der als Finanzminister seinen Pressesprecher zurecht wies. Michael Offer hatte bei Beginn der Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Steuerschätzung die Handouts noch nicht verteilen lassen. Dies regte den Minister auf. Er verließ die Konferenz kurzfristig wieder – nicht ohne seinen Sprecher vor der versammelten Presse vorzuführen.

5. Joschka Fischer

„Kriegshetzer“ - diesen Vorwurf musste sich Joschka Fischer anhören. Damals, 1999, ging es beim Kosovo-Parteitag um die Beteiligung der Grünen am NATO-Lufteinsatz gegen die Serben im Kosovo-Krieg. Bundesaußenminister Fischer befürwortete den Kampfeinsatz durch die rot-grüne Regierung. Die Grünen brachen mit der Tradition als pazifistische Partei, nicht ohne Spuren zu hinterlassen. Fischer wurde bereits am Eingang mit Farbbeuteln beworfen, verteidigte seine Entscheidung aber im befleckten Sakko.

4. Mike Bost

Auch in anderen Ländern gibt es natürlich Wutausbrüche von Politikern. Der republikanische Politiker Mike Bost hatte im State House des US-Bundesstaates Illinois einen Wutanfall bekommen, weil die Demokranten ihm anscheinend nicht genug Zeit gegeben hatten, einen neuen Gesetzentwurf zu lesen. Sein Video wurde zum Youtube-Hit in den USA. Die Macht in den Händen einer Person sei nicht der „American Way“, wettert der Republikaner. „Wir leben in einer Demokratie, aber nicht hier.“

3. Frank-Walter Steinmeier

Wer erinnert sich noch an Frank-Walter Steinmeiers Ausraster im letzten Jahr? Bei einem Wahlkampfauftritt in Berlin riefen Demonstranten „Kriegstreiber“ in Richtung des Außenministers. Der ließ das nicht unkommentiert und rastete aus. „Ihr solltet euch überlegen, wer hier die Kriegstreiber sind.“ Es gebe Menschen, die Europa noch immer nicht verstanden hätten, rief Steinmeier und mahnte, die Geschichte nicht zu vergessen.

2. David G. Greenfield

Der New Yorker Ratsangehörige David G. Greenfield reagiert in einer spontanen und energischen Wutrede auf pro-palästinensische Aktivisten, die zuvor gegen die Gedenkfeiern anlässlich der 1,1 Millionen getöteten Gefangenen im Konzentrationslager Auschwitz demonstriert hatten. Greenfield ist der Enkel von Holocaust-Überlebenden. „Wisst ihr warum diese Demonstranten sauer sind? Warum sie heute ihre Flagge ausgebreitet haben? Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat. Er hat nur die Hälfte meiner Familie umgebracht. Und nur durch Gottes Güte ist die andere Hälfte, ich, der Enkel, heute am Leben.“

1. Christian Lindner

Der neueste Wutausbruch kommt aus Düsseldorf. Landtagssitzungen gelten bei den meisten eher als langweilig. Auch die Sitzungen des nordrhein-westfälischen Landtags in Düsseldorf fallen in der Regel nicht mehr auf als die anderer Bundesländer. Seit der vergangenen Woche gibt es allerdings einen neuen Netzhit – und der kommt aus dem NRW-Landtag. Was war passiert?

Der FDP-Politiker und Parteivorsitzende Christian Lindner sprach gerade über Unternehmensgründungen, bis ein Zwischenruf des SPD-Abgeordneten Volker Münchow ihn völlig aus dem Konzept brachte. Münchow rief, dass Linder „ja wohl seine Erfahrungen mit Unternehmensgründungen“ gemacht habe. Den hämischen Kommentar nahm der Mitbegründer der Moomax GmbH zum Anlass, eine wahre Wutrede abzufeuern. Lindner war mit seinem Unternehmen während der New Economy im Jahr 2001 gescheitert.

Zuvor hatte SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einer Regierungserklärung gesagt, man solle Scheitern von Pionieren nicht ein Leben lang biografisch als Stigma verwenden. Es gehe um Wirtschaft und um den Gründergeist. Das ausgerechnet ein SPD-Mann einen solchen Kommentar abgibt, konnte Lindner nicht auf sich sitzen lassen. Spöttisch konstatierte er: „Ach, gucken Sie mal da, das ist ja interessant.“

„Da haben Sie einen in Ihren eigenen Reihen, der nicht zuhört, was Sie machen“, richtete Lindner seine Worte zunächst an Kraft. Der Zwischenruf von SPD-Fraktionsgeschäftsführer und Landtagsneuling Münchow sei genau der Grund, warum junge Menschen heute lieber in den öffentlichen Dienst gehen, statt sich zu gründen.

Danach knöpft er sein Jackett zu und sagt „Das hat Spaß gemacht“. Die Metamorphose Lindners vom seriösen Redner zum talentierten Wutredner sorgte im Netz für Zustimmung.

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