Deutscher Profi-Pokerspieler verschwindet spurlos

Johannes Strassmann wurde zuletzt in Slowenien gesehen

shz.de von
27. Juni 2014, 14:02 Uhr

Seit einer Woche fehlt von dem deutschen Profi-Pokerspieler Johannes Strassmann (29) jede Spur. Der prominente Pokerspieler wurde laut Polizei zuletzt in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gesehen. In den letzten Tagen hatten die Suchmannschaften besonders die Flüsse abgesucht, weil starke Regenfälle sie zu reißenden Strömen hatten anschwellen lassen. Gestern nun wurde eine männliche Leiche aus dem Ljubljana-Fluss geborgen, so eine Polizeisprecherin. Die Identität müsse jedoch noch überprüft werden, hieß es.

Strassmann sei zu einem Zwischenstopp nach Ljubljana gekommen, von wo er gemeinsam mit Freunden an die kroatische Adriaküste weiterreisen wollte. Die kroatischen Behörden seien daher informiert worden. Laut Polizei trug er zuletzt ein weißes Hemd und Jeans. Inzwischen suchten Freunde und Fans des bekannten Profis auch über Facebook nach dem Karten-Star.

Der gebürtige Bonner gilt als einer der besten deutschen Pokerspieler. Strassmann soll, so die österreichische Zeitung „Kurier“, regelmäßig an Pokerrunden mit hohen Einsätzen teilgenommen haben. „Die Spieler in solchen Runden haben schon mal 100 000 oder 200 000 Euro in bar eingesteckt“, erklärte ein Spieler der Zeitung. „Gespielt wird in Hinterzimmern von Russland bis Dubai. Manchmal war ich froh, dass ich da lebend rausgekommen bin.“ Erst vor wenigen Wochen soll Strassmann 200 000 Euro abgeräumt haben. Wurde er deswegen zu einem Opfer der Zocker-Mafia oder hat er sich abgesetzt oder wurde er zu einem Unfallopfer?

Wie es weiter hieß, geht die Polizei einem anonymen Hinweis nach, Strassmann wäre an der Grenze zu Italien gesehen worden. Spekulationen über eine Entführung könnten ausgeschlossen werden. „Uns liegen derzeit keinerlei Informationen vor, die auf eine Entführung hindeuten“, sagte der Polizeisprecher gegenüber dem Sender RTL. Zuletzt lebte Strassmann in Wien, hielt sich aber öfters in Osteuropa auf. Die Polizei soll laut „Kurier“ bereits seine Häuser in Wien und Deutschland durchsucht haben. Auf Hinweise zu seinem Verbleib wurden 10 000 Euro ausgesetzt.

Strassmann beriet auch andere Spieler. Bekannt wurde Strassmann, weil er den deutschen Poker-Star Pius Heinz für dessen WM-Triumph in den USA trainierte. Mit Strassmanns Unterstützung hatte Heinz im November 2011 in Las Vegas 8,7 Millionen US-Dollar abgeräumt. Der Odendorfer – eine kleine Gemeinde nahe Bonn, also aus Strassmanns Nachbarschaft – war Deutschlands erster Pokerweltmeister.

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