Deutsche Investoren kaufen dänisches Agrarland

LHN-Chef Popp Petersen will aber weiter, dass Höfe in lokalem Besitz sind und auch so betrieben werden

shz.de von
28. Juli 2015, 10:01 Uhr

Auch beim LHN in Tingleff hat man festgestellt, dass ausländische und dabei auch deutsche Investoren verstärkt Interesse an dänischem Agrarland haben, seitdem eine Liberalisierung des dänischen Landwirtschaftsgesetzes, die am 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, ausländischen Investoren den Kauf dänischen Acker-Bodens erleichtert – ohne den selbst bewirtschaften zu müssen.

„Das haben wir gemerkt, weil auch Anleger aus Deutschland hier investieren wollen. Das ist klar steigend, weil es vorher so ja kaum möglich war“, so LHN-Vorsitzender Jørgen Popp Petersen aus Seewang, der weiterhin die klare Meinung hat, dass Landwirtschaft im lokalen Besitz sein und auch so betrieben werden muss: „Die Akzeptanz des nahen Umfeldes ist für die Landwirtschaft das alles Entscheidende. Nur dadurch, dass er lokal wohnt, kann der Bauer seiner Verantwortung gerecht werden. Mit fernen Investoren ist das nicht gewährleistet! Dazu muss man dann sagen, dass beispielsweise ein Holländer, der einen Hof erwirbt und selbst bewirtschaftet, ebenso als lokaler Bauer zu verstehen ist wie ein Einheimischer.“

Wenn aber schon Fremdkapital, dann könne es völlig gleich sein, ob dies von dänischen Pensionskassen oder aus dem Ausland komme, so Popp – zumal der Bauer in beiden Fällen ja nur eine Art Pächter sei.

Beim Fremdkapital werde, so Popp, viel von der Verzinsung und Rendite gesprochen. Aber das sei vielfach für die Anleger sekundär: Vielen Investoren sei das egal. Sie wollen, so Popp, Sicherheit finden für ihr Kapital und wissen, dass Landwirtschaftsfläche eine sichere Investition ist. Jørgen Popp Petersen meint auch, dass Dänemark zwar nicht Griechenland sei. Aber viele Geldinstitute und Bauern hätten aktuell Probleme und hoffen dabei auf Fremdkapital.

„Wenn dem schon so ist, kann man ja gut mit diesen Investitions-Modellen etwas experimentieren“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig, Jørgen Popp Petersen.

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