Neue Statistik : Deutlich weniger Menschen beantragen Asyl in Deutschland

<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber zusammen mit einem Flüchtling fotografieren. </p>

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber zusammen mit einem Flüchtling fotografieren.

Die Zahlen gingen 2017 in allen EU-Staaten zurück. Doch noch immer kommen die meisten Asylbewerber nach Deutschland.

shz.de von
18. Juni 2018, 16:03 Uhr

Brüssel | Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist nach neuesten Daten im vergangenen Jahr um 70 Prozent zurückgegangen. 2017 beantragten rund 222.500 Menschen internationalen Schutz in der Bundesrepublik, wie die europäische Asylbehörde EASO am Montag in Brüssel mitteilte. Im Vorjahr seien es rund 745.000 Menschen gewesen. Trotz des deutlichen Rückgangs kamen die meisten Asylbewerber europaweit noch immer nach Deutschland.

In allen 28 EU-Staaten sowie der Schweiz, in Norwegen, Island und Liechtenstein ging die Zahl den Angaben zufolge um 44 Prozent von knapp 1,3 Millionen auf rund 728.000 zurück. Nach dem Krisenjahr 2015 sei dies der zweite Rückgang in Folge.

Rückgang hält auch 2018 an

Hinter Deutschland mit den meisten Asylanträgen folgen Italien, Frankreich und Griechenland - allerdings mit zuletzt steigenden Werten. In Italien bewarben sich 2017 rund 129.000 Menschen um Asyl (+5 Prozent), in Frankreich knapp 100.000 (+18) und in Griechenland knapp 59.000 (+15). In Spanien auf Platz sechs verdoppelte sich die Zahl sogar auf gut 31.000. Die Hauptherkunftsländer der Asylsuchenden sind noch immer Syrien, der Irak und Afghanistan.

Der europaweite Rückgang hält den Angaben zufolge bislang auch 2018 an. Nach vorläufigen Zahlen habe es bis April rund 197.000 Anträge auf Asyl gegeben, hieß es.

Fast die Hälfte aller rund 997.000 bearbeiteten Erstanträge auf Asyl seien in der EU und den vier anderen Ländern positiv beschieden worden. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Rückgang um 14 Prozent.

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