Zitat : Der Trumpsche Versprecher

Donald Trump und Wladimir Putin (r) geben eine gemeinsame Pressekonferenz. /Lehtikuva
Donald Trump und Wladimir Putin (r) geben eine gemeinsame Pressekonferenz. /Lehtikuva

Der Empfang für US-Präsident Trump nach seinem denkwürdigen Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin war frostig. Wegen seiner Äußerungen während einer Pressekonferenz mit Putin am Montag in Helsinki stand er heftig in der Kritik - parteiübegreifend.

shz.de von
18. Juli 2018, 12:33 Uhr

So heftig, dass er sich am Dienstag zu einer öffentlichen Klarstellung gezwungen sah. Er habe sich versprochen, so seine Verteidigung. Doch was hat er eigentlich genau gesagt? Einige Ausschnitte:

Pressekonferenz in Helsinki am Montag:

«Meine Leute kamen zu mir - Dan Coats kam zu mir und einige andere. Sie sagten, sie denken, es ist Russland. Ich habe hier Präsident Putin. Er hat gerade gesagt, es ist nicht Russland.

Ich sage jetzt Folgendes: Ich sehe keine Grund, warum es (Russland) sein sollte, aber ich will wirklich den Server sehen. Aber ich habe - ich habe Vertrauen in beide Seiten. Ich glaube wirklich, dass das noch eine Weile weitergehen wird. Aber ich denke, es kann nicht weitergehen, ohne dass wir herausfinden, was mit dem Server passiert ist.

(...)

Ich habe großes Vertrauen in meine Geheimdienstleute, aber ich sage Ihnen, dass das Dementi von Putin heute extrem stark und kraftvoll war.»

Statement am Dienstag in den USA:

«Zunächst will ich sagen, dass ich volles Vertrauen in die großartigen Geheimdienste Amerikas habe und sie voll unterstütze. Das war schon immer so. Und mir ist es sehr wichtig, dass, obwohl Russlands Verhalten keinerlei Einfluss auf den Ausgang der Wahl hatte - ich sage das ganz klar und habe es viele Male gesagt - ich den Schluss unserer Geheimdienste akzeptiere, dass es eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 gegeben hat. Es könnten auch andere Leute sein, es gibt viele Leute da draußen.

(...)

Ich habe mir dann tatsächlich auch noch mal das Video von einer Antwort angesehen, die ich (auf der Pressekonferenz) gegeben habe und bemerkt, dass eine Klarstellung nötig ist.

Es hätte offensichtlich sein sollen - ich dachte, es wäre offensichtlich. Aber ich würde es gern klarstellen, nur für den Fall, dass es nicht offensichtlich war. In einem entscheidenden Satz meiner Bemerkungen sagte ich «sein sollte» statt «nicht sein sollte». Der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht sollte - oder warum es nicht Russland sein sollte. Um es also noch mal zu wiederholen, ich sagte «sein sollte» statt «nicht sein sollte». Und der Satz hätte lauten sollen - und ich dachte, es könnte vielleicht in dem Transkript oder in dem eigentlichen Video ein bisschen unklar sein, der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum es nicht Russland sein sollte. So eine Art doppelte Verneinung also.»

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